Gutachterliche Stellungnahme zum Forschungsreaktor München
Abstract
Der Forschungsreaktor München II (FRM‐II) wird seit Betriebsbeginn mit waffengrädigem, hochangereichertem Uran (HEU) betrieben. Dem gegenüber stehen internationale Bemühungen der letzten vier Jahrzehnte, einen HEU‐Verzicht für Forschungsreaktoren global durchsetzungsfähig zu machen – insbesondere durch Rückgriff auf bzw. Entwicklung von schwach angereicherten Brennstoffen (LEU) hoher Dichte. Aus verschiedenen Gründen (Standortauswahlgesetz, Verfügbarkeit von HEU‐Brennstoff und Kapazität des Nasslagers für abgebrannte Brennelemente am Standort) gewinnt die Frage einer adäquaten Behandlung der abgebrannten Brennelemente und der Umrüstung des Reaktors von HEU auf LEU an Aktualität. Die in diesem Zusammenhang stehenden Fragen des Nationalen Begleitgremiums (gemäß Endlagergesetzgebung) werden in einem wissenschaftlichen Gutachten entsprechend dem Stand von Wissenschaft und Technik beantwortet: 1) Welche Probleme können diese hochradioaktiven Abfälle für die Vermeidung von Proliferation bereiten? 2) Zu welchen Sicherheitsrisiken kann eine Zwischenlagerung der Abfälle führen, etwa im Zwischenlager Ahaus? 3) Welche Probleme können diese Abfälle bei einer Endlagerung in Deutschland verursachen? 4) Wie kann auf den Einsatz von hochangereicherten Uran zukünftig verzichtet werden, um die weitere Produktion dieser Abfälle zu verhindern? 5) Wie kann und müssen abgebrannte Brennelemente aus hochangereichertem Uran für eine Endlagerung in Deutschland bearbeitet werden? Besonderes Gewicht wird verabredungsgemäß auf die wissenschaftliche Beantwortung der Frage 4 gelegt.
Mitarbeiter*innen
Wolfgang Liebert
Univ.-Prof. i.R. Dipl.-Physiker Dr.phil.nat Wolfgang Liebert
liebert@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-81814
Projektleiter*in
22.10.2017 - 21.12.2017