Bewässerungsprojekte
Abstract
Die Hauptaufgabe der Landwirtschaft besteht darin, Lebensmittel in hoher Qualität und ausreichender Menge zu produzieren. Da die Produktion jedoch in und mit der Natur erfolgt, ist die landwirtschaftliche Produktivität – und damit auch die Versorgungssicherheit der Bevölkerung – besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. Durch den Klimawandel werden Sommerkulturen zunehmend unter Wassermangel, Hitzestress und Trockenschäden leiden. Gleichzeitig ist bei allen Kulturen ein steigender Wasserbedarf zu erwarten. Für Kulturen, die bereits bewässert werden, kann dieser Mehrbedarf nur durch eine Ausweitung der Bewässerung gedeckt werden. Darüber hinaus werden voraussichtlich auch bisher nicht bewässerte Kulturen zunehmend auf Bewässerung angewiesen sein. Angesichts begrenzter Wasserressourcen wird es notwendig sein, die Wasserproduktivität zu steigern. Dies kann durch den Einsatz verschiedener pflanzenbaulicher Maßnahmen, moderner und effizienter Bewässerungstechniken sowie durch eine präzise, bedarfsorientierte Steuerung der Bewässerung erreicht werden. Derzeit werden jedoch bestehende Konzepte zur situationsgerechten Steuerung der Bewässerung in der landwirtschaftlichen Praxis nur selten angewendet. Die Gründe für diese geringe Akzeptanz sind vielfältig, was auf einen erheblichen Bedarf an weiterer Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer hinweist. Ziele: Monitoring des Bodenwasserstatus: Entwicklung und Implementierung präziser Mess- und Überwachungssysteme, um den Wassergehalt im Boden in Echtzeit zu erfassen und eine bedarfsgerechte Bewässerung zu ermöglichen. Erkennung von Pflanzenwasserstress: Einsatz moderner Technologien wie Fernerkundung, Sensorik oder Modell-gestützter Analysen, um frühzeitig Anzeichen von Wasserstress bei Pflanzen zu identifizieren und gezielte Gegenmaßnahmen einzuleiten. Optimierung der Bewässerungssteuerung: Entwicklung praxistauglicher, automatisierter Steuerungssysteme, die auf Basis von Boden- und Pflanzendaten eine effiziente und ressourcenschonende Bewässerung sicherstellen. Förderung der Akzeptanz in der Praxis: Neben Schulungen und Demonstrationsprojekten in der landwirtschaftlichen Praxis soll der Wissenstransfer auch gezielt in landwirtschaftlichen Fachschulen erfolgen. Schülerinnen und Schüler sollen frühzeitig mit neuen Technologien wie Sensorik, automatisierten Bewässerungssystemen und digitalen Monitoring-Tools vertraut gemacht werden. Dies ermöglicht nicht nur eine bessere Vorbereitung auf die Herausforderungen der modernen Landwirtschaft, sondern macht sie auch zu Multiplikatoren, die das Wissen über innovative Technologien in ihre zukünftigen Betriebe und Netzwerke tragen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die landwirtschaftliche Produktivität trotz der Herausforderungen des Klimawandels zu sichern und gleichzeitig die Ressource Wasser nachhaltig zu nutzen.
Mitarbeiter*innen
Reinhard Nolz
Priv.-Doz. Dipl.-Ing.Dr. Reinhard Nolz
reinhard.nolz@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-81552
BOKU Projektleiter*in
01.04.2021 - 31.12.2031
BOKU Partner
Externe Partner
Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal
DI Wolfgang Neudorfer
Partner
Landwirtschaftliche Fachschule Obersiebenbrunn
DI Arno Kastelliz
Partner