Risikobasierte Planung als langfristige Klimawandelanpassung
Abstract
Die Auswirkungen des Hochwasserereignisses im September 2024 machen deutlich, dass die bauliche Entwicklung in Niederösterreich nicht risikoangepasst erfolgt. Neu-/Zu- und Umbauten in Hochwasserabflussbereichen erhöhen laufend das Schadenspotential. Die bestehenden raumordnerischen Regelungen erlauben bauliche Nutzungen in potenziell hochwassergefährdeten Gebieten. Mit Blick auf die Erstschätzung der Schadenssummen (€ 700 Mio. bei privaten Haushalten) wird offensichtlich, dass eine risikobasierte Planung noch keinen umfassenden Eingang in Raumordnungs- und Bauverfahren – also die Planungspraxis – gefunden hat. Raumordnungsrechtliche Restriktionen für Gefährdungsbereiche bestehen in Niederösterreich bereits seit Jahrzehnten, der Aktionsplan der österreichischen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel betont aber, dass weitere regulatorische Verbesserungen im Planungsrecht zur Naturgefahrenprävention und Klimawandelanpassung gesetzt werden sollen. Das Ereignis im September 2024 zeigt weiters, dass ein regulatives Defizit nicht per se besteht, sondern die vorhandenen Gefährdungsinformationen sowie klimawandelbedingte Dynamiken bei Ereignishäufigkeiten und -charakteristika vor allem auf kommunaler Ebene nicht optimal in die räumliche Entwicklung integriert werden. Daraus lassen sich für RiskPlan zwei zentrale Fragen ableiten: (i) Welche legistischen Anpassungen im Raumordnungs- und Baurecht können eine risikobasierte Planung und damit eine langfristige Anpassung befördern? (ii) Wie kann eine fachlich fundierte Beratungsleistung organisiert werden, die es Gemeinden erlaubt, risikobasierte Entscheidungen bezüglich Hochwasseranpassung in der Raumplanung und im Baurecht zu treffen? Methodisch stützt sich RiskPlan auf einen explorativen Zugang. Die legistische Analyse erfolgt auf Basis eines Vergleichs von Regelungen in den Bundesländern. Die Entwicklung einer in die Verfahren eingebetteten Beratung erfolgt in einem transdisziplinären Zugang gemeinsam mit Behördenvertreter:innen und Ortsplaner:innen.
Mitarbeiter*innen
Walter Seher
Assistenzprofessor Dipl.-Ing.Dr.nat.techn. Walter Seher
walter.seher@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-85510
Projektleiter*in
12.01.2026 - 11.11.2026