Nahrungsökologie des Goldschakals (Canis aureus) in Europa
Abstract
Der Goldschakal (Canis aureus) breitet sich in vielen Teilen Europas aus und nutzt ein breites Spektrum an Ressourcen, wodurch Interaktionen mit Wildtiergemeinschaften, aber auch mit der Nutztierhaltung zunehmen. Auch anthropogene Nahrungsquellen (Abfall, Aas, Jagdabfälle) werden genutzt. Für Management und Naturschutz fehlen jedoch häufig standardisierte, regional vergleichbare Daten zur Nahrungszusammensetzung sowie zu potenziellen Effekten auf die Biodiversität. Dieses Projekt untersucht die Nahrungsökologie des Goldschakals in einem harmonisierten Design durch die Kombination von Methoden: standardisierte Mageninhaltsanalysen (nach Hatlauf & Lanszki 2024) sowie Spürhund-gestützte Losungssuche entlang systematischer Transekts (nach Hatlauf et al. 2021) mit genetischer Artbestimmung zur Qualitätssicherung (in Kooperation mit FIWI). Bereits verfügbare Proben aus Südtirol, Polen und Österreich werden integriert und die räumliche Erweiterung wird angestrebt. Analysiert werden Nischenbreite und Nahrungsüberlappung entlang von Gradienten der Landnutzung, Siedlungsnähe und Ressourcenverfügbarkeit, einschließlich des Vergleichs mit sympatrischen Arten (z. B. Rotfuchs). Der Anteil anthropogener Ressourcen wird quantifiziert und Nahrungsergebnisse werden mit Fragen in Hinblick auf den Einfluss auf Biodiversität verknüpft, insbesondere bezüglich sensibler Artengruppen (z.B. Kleinsäuger, Hasenartige, Bodenbrüter) sowie Indikatoren für Aas-/Abfallzugang. Die Nahrungsbestandteile werden morphologisch bestimmt; optional wird DNA-Metabarcoding zur höheren taxonomischen Auflösung ergänzt. Die Auswertung erfolgt mittels Häufigkeits- und Biomassemetriken sowie Methodenvergleiche (morphologisch vs. genetisch).
Mitarbeiter*innen
Jennifer Hatlauf
Dr.nat.techn. Jennifer Hatlauf M.Sc.
jennifer.hatlauf@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-83219
BOKU Projektleiter*in
01.02.2026 - 31.01.2029