CIRCEUS Eine kreislauforientierte, kohlenstoffarme EU und der globale Süden
Abstract
Es gibt zunehmend wissenschaftliche Belege dafür, dass die derzeitigen Ressourcenverbrauchsmuster in den Industrienationen nicht nachhaltig sind und zum Klimawandel, zum Verlust der biologischen Vielfalt und zur Erschöpfung der Ressourcen beitragen (Richardson et al., 2023). Darüber hinaus ist der Wettbewerb um Ressourcen ein Hauptgrund für Konflikte und birgt erhebliche Sicherheitsrisiken, da die Nachfrage in den Industrie- und Schwellenländern steigt (UNEP 2024; Zhou und Manberger 2024). Mehrere Studien zeigen, dass die Wahrnehmung der EU-Politik in rohstoffexportierenden Ländern komplex und gemischt ist. Die EU wird zwar als wichtiger Handelspartner anerkannt, doch gibt es erhebliche Kritik an verschiedenen Aspekten der Handels- und Klimapolitik der EU, die als nachteilig für ihre wirtschaftlichen Interessen und Entwicklungsziele angesehen werden. Daher besteht, wie auch von EU-Beamten im Vorbereitungsworkshop bestätigt wurde, ein dringender Bedarf für die EU, die Perspektiven des Globalen Südens besser zu verstehen und sich damit auseinanderzusetzen, um ihre Glaubwürdigkeit und positive Wirkung zu verbessern. Die Bewältigung dieser Herausforderungen wird durch die bislang nur begrenzte Analyse der quantitativen Auswirkungen der Strategien der EU zur Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft noch erschwert, insbesondere in Bezug auf (1) die Frage, wie mögliche Wege in der EU den Rohstoffbedarf und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen verändern; (2) die Frage, wie diese unterschiedlichen Veränderungen des Rohstoffbedarfs die Lieferketten, Handelspartner und gehandelten Materialien verändern; (3) und wie diese Veränderungen die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bedingungen in rohstoffexportierenden Ländern aus der Perspektive der betroffenen Gemeinden und staatlichen Institutionen beeinflussen; (4) die potenzielle Rolle der EU-Politik bei der Förderung verantwortungsvoller Partnerschaften und der Unterstützung eines gerechten Übergangs in diesen Ländern. CIRCEUS will diese Lücke schließen, indem es erstmals quantitative Belege dafür liefert, wie sich die Strategien der EU zur Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft auf ihren Rohstoffbedarf und damit auf ihre Importe auswirken. Diese Erkenntnisse werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern und eine Grundlage für eine fundiertere Debatte über Transformationspfade in der EU schaffen, die gerechte Ergebnisse in rohstoffexportierenden Ländern, einschließlich der von der Rohstoffgewinnung betroffenen lokalen und indigenen Gemeinschaften, unterstützen, wobei die Notwendigkeit anerkannt wird, den Rohstoffbedarf mit sozialen und ökologischen Erwägungen in Einklang zu bringen und eher auf Zusammenarbeit als auf Wettbewerb zu setzen.
Mitarbeiter*innen
Willi Haas
Priv.-Doz. Dipl.-Ing.Dr. Willi Haas
willi.haas@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-73720
Projektleiter*in
01.01.2026 - 31.12.2030
Nina Eisenmenger
Assoc. Prof. Mag.Dr. Nina Eisenmenger
nina.eisenmenger@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-73717
Sub-Projektleiter*in
01.01.2026 - 31.12.2030
Andre Sebastian Baumgart
Andre Sebastian Baumgart M.Sc.
andre.baumgart@boku.ac.at
Projektmitarbeiter*in
01.01.2026 - 31.12.2030
Tess Eugenie Posch
Tess Eugenie Posch B.Sc.
tess.posch@boku.ac.at
Projektmitarbeiter*in
01.01.2026 - 31.12.2030
Doris Virág
Dr. Doris Virág M.Sc.M.A.
doris.virag@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-73751
Projektmitarbeiter*in
01.01.2026 - 31.12.2030
BOKU Partner
Externe Partner
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Partner
Wirtschaftsuniversität Wien
Partner
Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE)
Koordinator