Die Gämse im Klimawandel - Wege in die Zukunft
Abstract
Die Gämse (Rupicapra rupicapra) ist eine der symbolträchtigsten Arten der europäischen Alpenregion. Als hochspezialisiertes Berghuftier ist sie durch physiologische und verhaltensbezogene Mechanismen perfekt an kalte und raue Lebensräume angepasst. Die Auswirkungen des Klimawandels – darunter steigende Temperaturen, veränderte Vegetation und erhöhter Raubtierdruck – verändern ihren Lebensraum jedoch rasch. Als Reaktion darauf verlagern Gämse ihre Verbreitungsgebiete, nutzen zunehmend bewaldete Gebiete und leiden unter niedrigeren Überlebens- und Fortpflanzungsraten in traditionellen alpinen Gebieten. Während Populationen in bewaldeten Lebensräumen einen besseren Zustand und einen höheren Fortpflanzungserfolg aufweisen, entstehen dadurch neue Herausforderungen wie Waldschäden und Konflikte mit forstwirtschaftlichen und Aufforstungsmaßnahmen. Die Rückkehr des Wolfes sorgt für zusätzlichen Stress, indem sie die Verhaltensökologie der Gämse verändert. Um diesen komplexen Dynamiken zu begegnen, laufen derzeit mehrere vom CIC unterstützte Forschungsprojekte, z. B. in Österreich, Italien und Kroatien. Diese Projekte bewerten Lebensraumqualität, Raumnutzung und körperliche Verfassung mithilfe von GPS-Tracking, Kamerafallen und Köderwaagen. Ihr Ziel ist es, nachhaltige Wildtiermanagementstrategien zu entwickeln, die die Zukunft der Gämse sowohl als Symbol der Tierwelt als auch als Wildart sichern. Das Engagement des CIC für „Naturschutz durch nachhaltige Nutzung“ unterstreicht die Bedeutung evidenzbasierter, kooperativer Ansätze für den Naturschutz angesichts des Klimawandels.
Mitarbeiter*innen
Klaus Hackländer
Univ.Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat. Klaus Hackländer
klaus.hacklaender@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-83211
Projektleiter*in
01.05.2026 - 30.04.2029