Milchviehbetriebe vernetzt: digitales Management von Tiergesundheit langfristig etablieren
Abstract
Aus Sicht betroffener Landwirt:innen steht die Milchproduktion vor vielfachen Herausforderung. So sind die Wirtschaftlichkeit sowie die Arbeitsbelastung der Betriebe ein Problem, zugleich sollen Tiergesundheit, Leistung und Nachhaltigkeit steigen. Digitale Assistenzsysteme (z. B. Aktivitäts-, Wiederkau-, Temperatur-, Ortungs- oder Pansensensoren; vernetzte Melk-/Fütterungstechnik) versprechen Früherkennung, bessere Entscheidungen und Arbeitserleichterung. In der Praxis bleibt der tatsächliche Nutzwert aber oft hinter den Erwartungen zurück: Anschaffung erfolgt, erste Nutzung beginnt – und wird später reduziert oder eingestellt. Häufige Gründe, die in der Praxis genannt werden, liegen nicht primär in der „Funktion“ der Geräte/Software, sondern in der Mensch-Technik-Interaktion: unklare Datenflüsse, fehlende Datenkompetenzen, Überalarmierung, mangelnde Einbindung in Arbeitsroutinen, unpassende Schnittstellen, Kosten-Nutzen-Unklarheit, Support- und Schulungsbedarf sowie Fragen zu Dateneigentum/Cloud-Lösungen. Dabei zeigen wissenschaftsnahe Beiträge, dass Sensorik bei richtiger Einbindung Tierwohl, Tiergesundheit und Effizienz verbessern und Arbeitsbelastung senken kann. Für österreichische Milchviehbetriebe ist der strukturierte Umgang mit Daten zentral: Herdenmanagement-Eingaben, Milchleistungsprüfung und 24/7-Sensordaten erzeugen große Datenmengen, die selektiert, plausibilisiert und in Entscheidungsroutinen überführt werden müssen. Das gelingt nicht immer: Entweder werden verfügbare Daten zu wenig genutzt – oder der Fokus auf „Dashboards“ verdrängt die direkte Tierbeobachtung. Praxisberichte verweisen zudem auf offene Punkte bei digitalen Infrastrukturen (Konnektivität), Datensouveränität und Rollenverständnis zwischen Landwirt:innen, Tierärzt:innen und Beratung. Österreichische Einrichtungen (z. B. Vetmeduni, HBLFA Raumberg-Gumpenstein) arbeiten an anwendungsnahen Lösungen und Kommunikation, u. a. zu Smart-Farming, KI-Anwendungen und Sensoreinsatz. Daraus leitet sich ein klarer Bedarf ab: praxistaugliche Konzepte, die Technik, Arbeitsorganisation, Entscheidungsregeln und Rollen klären – und die Umsetzung in Betrieben begleiten. Das vorliegende Projekt adressiert diese Praxis-Bedarfe.
Mitarbeiter*innen
Christine Altenbuchner
Dipl.-Ing.Dr. Christine Altenbuchner BEd
christine.altenbuchner@boku.ac.at
Tel: +43 1 47654-73127
BOKU Projektleiter*in
01.06.2026 - 31.05.2029
Marian Momen
Dipl.-Ing. Marian Momen B.Sc.
marian.momen@boku.ac.at
Projektmitarbeiter*in
01.06.2026 - 31.05.2029