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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Georg Konrad (2004): Flächenanalyse und energetisches Nutzungspotential von Nachwachsenden Rohstoffen im EU-Osterweiterungsraum.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
In dieser Arbeit wurde das Energiebereitstellungspotenttial der CEECC-10 (Central an Eastern Candidate Countries -10 = EU-Beitrittskandidatenländer) auf Basis Nachwachsender Rohstoffe berechnet. Dabei wurde die Autarkie bei der Produktion von Lebensmitteln vorausgesetzt. Wie viel landwirtschaftliche Fläche für die Ernährung notwendig ist, hängt vom Nahrungsverhalten bzw. dem Lebensstandart der Menschen ab. Die Ergebnisse der Berechnungen zeigen, dass man theoretisch mit einer Fläche von 0,03-0,04 ha pro Person auskommt, wobei eine ¿Kartoffeldiät¿ und optimale Bedingungen gefordert werden. Beim anderen (amerikanischem) Extrem ist ein Flächenbedarf von 0,5 ha notwendig. Deshalb wurde ein realistisches Szenario mit 0,15 ha bzw. mit 0,2 ha Flächenbedarf pro Person herangezogen. Auf der Basis der gesamten Agrarfläche (Quelle: Eurostat) lässt sich nun je nach Modell eine zugehörige Energiefläche berechnen. Diese Energiefläche errechnet sich aus der Differenz zwischen der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche und dem Flächenanspruch für die Lebensmittelproduktion. Die Aufteilung der Energiedienstleistungen wurde auf Basis des Energieflussbilds 2000 Österreichs berechnet. Danach werden ca. 57 % in Form von Wärme, ca. 13 % in Form von Elektrizität und ca. 30 % in Form von Treibstoffen benötigt. Letztere lassen sich wiederum in 52 % in Diesel und 48 % in Benzin aufteilen. Es wurde unterstellt, dass die Wärme durch die thermische Nutzung von Miscanthus, Strom aus der energetischen Nutzung des Biogases (Basis: Silomais), Biodiesel aus Raps und Bioethanol aus Weizen bereitgestellt wird. Nettoenergiebilanzen für die einzelnen Energiepflanzen (Miscanthus, Silomais, Raps, Weizen) bildeten die Grundlagen für die Berechnungen. Die Berechnungen zeigen, dass in den zehn Beitrittskandidatenländern zwischen 2700 PJ und 3100 PJ in Form von Strom, Wärme und Treibstoffen aus pflanzlicher Biomasse produziert werden kann. Bei einem Endenergieverbrauch der CEECC-10 im Jahr 2000 von ca. 5200 PJ bedeutet das nun, dass ca. 52 % bzw. sogar ca. 60 % unter diesen Bedingungen mittels Energiepflanzen produziert werden könnte.

Beurteilende(r): Boxberger Josef

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