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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Christoph Hahn (2015): Einfluss des Wildverbisses auf Tannenverjüngung. Ein Beitrag zur Evaluierung der oberösterreichischen Abschussplanverordnung.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 91. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
In Oberösterreich wird der vorgeschriebene jährliche Abschuss von Schalenwild (außer Schwarzwild) per Bescheid durch die Bezirkshauptmannschaften jagdgebietsweise erlassen. Um den Wildeinfluss in einem forstlich tragbarem Rahmen zu halten, werden besonders beim Rehwild zur Entscheidungsfindung Vergleichsflächen herangezogen. Zu diesem Zweck sind in der Verordnung der Oberösterreichischen Landesregierung zulässige Verbissgrenzen baumartenweise und auch nach Stammzahlgruppen festgelegt. Ziel der Arbeit war es, diese Verbissgrenzen im Bezug auf Stammzahl und Höhenentwicklung der Tanne (Abies alba) zu evaluieren. Es konnte ein Modell erarbeitet werden, welches die zulässigen Verbissprozente in Abhängigkeit von der vorhandenen Stammzahl, basierend auf einer Ziel-Stammzahl am Ende der Jungwuchsphase, herleiten lässt. Nach den Ergebnissen dieser Arbeit ergeben sich TannenVerbissprozente (1) bei stammzahlarmer Verjüngung (10.000 Pflanzen/ha) von 20 % und bei stammzahlreicher Verjüngung (ab 20.000 Pflanzen/ha) 40 %. Desweiteren (2) kann davon ausgegangen werden, dass die Zeit zum Durchwachsen von 30 auf 150 cm Höhe bei den Tannen innerhalb und außerhalb des Zaunes bonitätsabhängig ist; ebenfalls die absolute Zeitdifferenz zwischen den Flächen innerhalb und außerhalb des Zaunes. Das mittlere jährliche Verbissprozent hat im untersuchten Wertebereich keine Auswirkungen auf die Höhenentwicklung außerhalb des Zaunes sowie auf die Zeitdifferenz. Auch konnte (3) gezeigt werden, dass sich innerhalb des Zaunes die mittlere Höhe der Tanne langsamer der Höhe der höchsten Tannen angleicht als außerhalb. Da sich die zulässigen Verbissprozente, welche in dieser Arbeit abgleitet wurden, mit jenen in der Verordnung weitgehend übereinstimmen, - eine klarere Definition der Stammzahlgruppen wird empfohlen - sind diese grundsätzlich geeignet, um ein Durchwachsen der Tanne in einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren zu gewährleisten.

Beurteilende(r): Hochbichler Eduard

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