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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Santeri Juho Kalle Lehtonen (2018): Food waste redistribution in Europe A study on policy frameworks, and the socioeconomic and climate impacts of European Food Banks.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Abfallwirtschaft (ABF-BOKU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 131. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das Thema Lebensmittelverlust und -verschwendung (LVV) wird derzeit auf hoher akademischer und politischer Ebene diskutiert. Dies betrifft sowohl dessen großen Beitrag zum anthropogenen Klimawandel, als auch dessen moralischen Dimensionen in Bezug auf Ernährungssicherheit und Sozioökonomie. In der EU werden jährlich 88 Millionen Tonnen LVV erzeugt, im Wert von 143 Milliarden Euro und Ursache für einen Ausstoß von 170 Millionen t CO2-Äq.. Durch die Umverteilung von Lebensmitteln kann LVV erheblich verringert werden, z.B. durch Food Banks (FB [Tafeln]). FBs verteilen überschüssige Lebensmittel aus der Lebensmittelversorgungskette über Wohltätigkeitsorganisationen an Bedürftige. Im EU-Paket für Kreislaufwirtschaft werden FBs als „Prävention“ definiert und gelten als Erfolgsmodell bei der Bekämpfung von LVV. Trotzdem schränken viele legislative und wirtschaftliche Hürden die Funktionsweise und Kapazität der FB ein. Diese Masterarbeit konzentriert sich auf fünf Case Study Organisationen (CSOs) in fünf EU-Ländern (AT, DK, FI, HU & PL) und beschreibt die politischen Rahmenbedingungen, ihre Einschränkungen und schlägt Erfolgsmethoden vor. Darüber hinaus werden die sozioökonomischen und klimatischen Auswirkungen der zivilgesellschaftlichen Organisationen analysiert. Es wurde festgestellt, dass die fünf CSOs im Jahr 2017 über 195.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen konnten: 27 Tonnen CO2-Äq. für jede Tonne die ihre Betriebe ausstoßen. Es wurde ein hohes Return on Investment von 10€ für jeden investierten 1€ gefunden, zusammen mit einer wirtschaftlichen Einsparung von über 90 Millionen €, auch ohne Berücksichtigung der sozialen Kosten von Kohlenstoff und des erheblichen sozialen Kapitals, die durch die Bereitstellung wichtiger sozialer Dienstleistungen entstehen. Durch erhöhte Investitionen in Food Banks können die EU und die nationalen Regierungen nicht nur LVV reduzieren, sondern auch die sozioökonomischen und klimatischen Herausforderungen in Europa kostengünstig mindern.

Beurteilende(r): Salhofer Stefan Petrus
1.Mitwirkender: Obersteiner Gudrun

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