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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Tabea Adefris (2022): Palm oil in transition: Biodiversity footprint of Austria’s palm oil import and environmental spillover.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldökologie (IFE), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 77. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Im vergangenen Jahrhundert ist die Nachfrage nach Palmöl rasant gestiegen, wodurch es zur weltweit führenden Ölpflanze wurde. Verglichen mit anderen Ölpflanzen hat es eine Vielzahl an Vorteilen; die wichtigsten liegen an den niedrigen Kosten und der hohen Effizienz. Gleichzeitig hat der Anbau gravierende Folgen für die Umwelt und die lokale Bevölkerung in den Herkunftsländern. Rodung, der damit einhergehende Verlust an Biodiversität und Lebensräumen, sowie der Ausstoß von Treibhausgasen sind die größten Nachteile von großflächigen Plantagen. Ziel dieser Arbeit ist die Auswertung der Palmöl-basierten Umweltauswirkungen, die durch Österreichs Konsum entstehen. Mit dieser Forschung wird die nationale Nachfrage nach Palmöl begutachtet und die ökologischen Beeinträchtigungen in den Produktionsländern evaluiert. Um das zu erreichen, wurde der österreichische Palmölimport und der daraus resultierende Biodiversitätsfußabdruck (BF), sowie die Umweltexternalitäten analysiert. Dafür wurden Daten der UNO Comtrade database und Trase ausgewertet und mit QGIS, JavaScript und Google Earth Pro visualisiert. Im Jahr 2020 hat der gesamte direkte Palmöl Import 30,906 Tonnen betragen. Die österreichische Flächenokkupation in Indonesien in Bezug auf den Palmöl Konsum beträgt 2,525 ha, die Flächenokkupation von indirekten Importen in Produkten betrug für 2019 rund 12250 ha. Der resultierende BF wurde für Ökoregionen, Taxa und das ganze Land evaluiert und ist am gravierendsten für Pflanzen, gefolgt zu gleichen Teilen von den anderen Taxa Säugetieren, Vögeln und Amphibien und schließlich von Reptilien. Mehr Transparenz bei den Importdaten und den globalen Wertschöpfungsketten ist dringend notwendig, um verlässliche Leitwege zu mehr Nachhaltigkeit zu erstellen. Zertifikationen für nachhaltiges Palmöl und alternative Anbaumethoden könnten die Umweltauswirkungen der Produktion drastisch verringern.

Beurteilende*r: Gratzer Georg

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