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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Kurt Glock (2013): Verfahrenstechnische Optimierung einer kommunalen Kläranlage unter dem Einfluss von industriellen Indirekteinleitern.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft und Gewässerschutz (SIG), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 148. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das Auftreten von Bläh- und Schwimmschlamm kann in Abwasserreinigungsanlagen (ARA) zu Problemen, wie zur Überschreitung des NH4-N-Ablaufgrenzwertes und zu einem Schlammabtrieb in den Vorfluter führen. In dieser Arbeit sollte der Frage nachgegangen werden, ob die Probleme auf interne Prozesse (z.B.: Belüftungsdefizit, Presswasserrückführung) oder auf externe Zuflüsse (z.B.: Molkerei, Wäscherei) zurückzuführen waren. Eine Datenanalyse, Screeningtests zur Bestimmung von Hemmungen, eine Analysewoche in der Anlage eines Indirekteinleiters (Molkerei) und Parallelversuche in Modellkläranlagen wurden durchgeführt. Die Datenauswertung zeigte, dass die NH4-N Konzentration über den Untersuchungszeitraum stieg. Außerdem kam es zu einer Konzentration der NH4-N Ablaufspitzen am Ende einer Arbeitswoche. Dies ließ einen Einfluss der Industrie vermuten. Die Daten der Schlammanalysen wiesen auf ein Wachstum von fadenförmigen Bakterien hin und der schlechte Zustand des Schlamms spiegelte sich in einem hohen Schlammvolumen (>2000ml/l) und Schlammindex (>300ml/g) wider. In den Screeningtests konnte keine Nitrifikationshemmung durch einen Abwasserstrom ausgewiesen werden. Die Erkenntnisse der Analysewoche waren, dass die Molkerei einen Anteil von 15-20% an den Zulauffrachten (C, N, P) stellte. Außerdem wurde nachgewiesen, dass rund 75% der Fracht an freien Fettsäuren aus der Molkerei stammten. Im Zuge der Parallelversuche in Modellkläranlagen konnte eine Verschlechterung des Schlamms unter dem Einfluss des Molkereiabwassers ausgewiesen werden. Drei Lösungsvorschläge wurden für die ARA ausgearbeitet. Die Varianten 1 und 2 zielen auf eine optimierte Vorreinigung des gesamten Molkereiabwassers ab und unterscheiden sich in der Anordnung der Reinigungsschritte in der Anlage der Molkerei. Die Variante 3 beinhaltet interne Betriebsverbesserungen in der ARA. Zuletzt ist zu erwähnen, dass bereits die Maßnahmen der Variante 3 zu einer Verbesserung des Zustandes in der ARA führten.

Beurteilende(r): Fürhacker Maria
1.Mitwirkender: Fuchsluger Christina

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