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Gewählte Dissertation:

Erhard Ungerboeck (2017): DIE MULTIFUNKTIONALITÄT IN DER STEUERUNG VON FORSTBETRIEBEN.
Dissertation - Institut für Agrar- und Forstökonomie, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 95. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Kaum eine Art der Waldbewirtschaftung, besonders in Mitteleuropa, kommt ohne den Anspruch „multifunktional“ zu sein aus. Der Begriff selbst lässt sich auf die Waldfunktionenlehre zurückführen und wurde schon aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht, wenig beachtet wurde dabei aber die Ebene der Planung und Steuerung im Forstbetrieb. Daher geht diese Dissertation der Frage nach der Bedeutung der forstlichen Multifunktionalität im Kontext der Betriebssteuerung nach. Dazu wird zunächst der Umfang „forstlicher Nebenbetriebe“ abseits des Kerngeschäfts der Holzproduktion untersucht. Die Grundlage dafür bilden das österreichische Testbetriebsnetz (TBN) Großwald und eine Befragung von Betriebsleitern und Betriebsleiterinnen österreichischer Forstbetriebe. Es zeigt sich, dass der Beitrag der Leistungsbereiche abseits der Holzproduktion zu den betrieblichen Erträgen insgesamt überschaubar ist, für einzelne Betriebe aber sehr groß sein kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Nebenbetriebe nicht in allen Fällen aus erwerbswirtschaftlichen Motiven betrieben, sondern damit gegebenenfalls auch andere Ziele verfolgt werden. Sofern es sich um zielgerichtete betriebliche Aktivitäten handelt ist, gemäß dem Grundsatz „If you can’t measure it, you can’t manage it”, Steuerungsbedarf grundsätzlich gegeben. Es wird daher anhand einer konzeptionellen Analyse und aufbauend auf Unterlagen aus der forstlichen Praxis für die Beispiele Jagd und Erholung ausgeführt, wie diese für das forstbetriebliche Controlling durch Kennzahlen operational abgebildet werden können. Dabei werden sowohl konkrete Ansätze und Erweiterungsmöglichkeiten, die zu einem Gutteil auch auf Basis bestehender betrieblicher Informationssysteme umsetzbar sind, aufgezeigt, als auch die zugrunde liegenden theoretischen Anforderungen an Steuerungsinformationen diskutiert. Damit wird ein Beitrag zur Weiterentwicklung des forstbetrieblichen Steuerungsinstrumentariums über das Kerngeschäft der Holzproduktion hinaus geleistet.

Betreuer: Sekot Walter
1. Berater: Hochbichler Eduard
2. Berater: Hackländer Klaus

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