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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

David Brunmayr (2015): Ungesicherte Hofnachfolge im biologischen Landbau Eine qualitative Untersuchung in Oberösterreich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 116. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das Thema Hofnachfolge im biologischen Landbau hat in der wissenschaftlichen Forschung bisher nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Erste Untersuchungen zeigen jedoch, dass biologische Familienbetriebe – ähnlich wie landwirtschaftliche Familienbetriebe allgemein – von einer ungesicherten Hofnachfolge betroffen sind. Die vorliegende Studie beschreibt und analysiert die Situation von elf Biobetrieben mit ungesicherter Hofnachfolge in Oberösterreich. Auf Basis biografischer Interviews mit den LeiterInnen dieser Biobetriebe (Mindestalter 55 Jahre), werden die komplexen Zusammenhänge zwischen eigener Motivation zur Hofübernahme, Sozialisation der Kinder und Hofnachfolgesituation betrachtet. Darüber hinaus werden die Zukunftsperspektiven der aktuellen Betriebsführergeneration im Hinblick auf eine biologische Bewirtschaftung der Flächen nach ihrer Pensionierung untersucht. Die Ergebnisse zeigen drei Muster ungesicherter Hofnachfolge auf Biobetrieben in Oberösterreich: 1. Betriebe mit noch ungeklärter Hofnachfolge, 2. Pensionistenbetriebe ohne gesicherter Hofnachfolge und 3. auslaufende Betriebe ohne Hofnachfolge. Die Zukunftsperspektiven und die Entscheidungen der BetrieblsleiterInnen der untersuchten Biobetriebe werden von deren Hoffnungen auf eine innerfamiliäre Nachfolge geprägt. Für BetriebsleiterInnen, deren Kinder sich noch in Ausbildung befinden, ist die Unsicherheit bezüglich der Nachfolge kein Problem. Pensionierte BetriebsleiterInnen halten eine innerfamiliäre Hofnachfolge noch für möglich und bewirtschaften ihre Betriebe inzwischen extensiv weiter. LeiterInnen von auslaufenden Betrieben ohne Hofnachfolge sehen sich weiterhin in der Verantwortung für die biologische Bewirtschaftung ihrer Flächen und verpachten sie vorübergehend an andere Biobetriebe, um eine Wiederaufnahme der Bewirtschaftung in der eigenen Familie – etwa in Krisenzeiten – zu ermöglichen. Eine außerfamiliäre Hofnachfolge wird nur vereinzelt als Option gesehen, um den Biobetrieb zu erhalten.

Beurteilende(r): Vogel Stefan
1.Mitwirkender: Larcher Manuela

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