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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Sarah Böhm (2015): Die restorativen Effekte von Badeplätzen in Abhängigkeit Ihrer Natürlichkeit Ein Vergleich von vier Wiener Badeplätzen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 180. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Natürliche Umgebungen weisen ein großes Potenzial an Erholungs- und Gesundheitswirkungen auf, sogenannte restorative Effekte. Landschaften mit Wasser, auch blaugrüne Räume genannt, haben eine stressreduzierende Wirkung. In der Literatur kann keine Studie gefunden werden, die das Forschungsfeld blaugrüne Räume mit unterschiedlichen Natürlichkeitsgraden kombinierte und untersuchte. Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob Badeplätze eine restorative Wirkung haben und ob Unterschiede zwischen naturnahen und naturfernen Badeplätzen erkennbar sind. Mögliche Einflussgrößen auf die Erholung, wie Störungen, Orts- und Naturverbundenheit, wahrgenommene Besucheranzahl (crowding) und subjektives Wohlbefinden, sind einbezogen worden. Insgesamt sind 431 Besucher an vier Badeplätzen in Wien mit unterschiedlichem Natürlichkeitsgrad (naturfern bis naturbelassen) mittels standardisiertem Fragebogen vor Ort befragt worden nach ihrem subjektivem Wohlbefinden und Landschaftserlebnis befragt worden. Die Ergebnisse zeigen eine restorative Wirkung von Badeplätzen, wobei naturnahe Badeplätze eine stärkere Erholungswirkung aufweisen als naturferne Badplätze. Bis auf den Faktor coherence nimmt das Landschaftserlebnis mit dem Natürlichkeitsgrad zu. Naturferne Badeplätze wirken sich trotz der geringeren Erholungswirkung positiv auf das subjektive Wohlbefinden aus. Potenzielle Störungen werden von den Besuchern kaum bis gar nicht störend empfunden und mit zunehmender Störungsintensität wird der Badeplatz chaotischer und unübersichtlicher wahrgenommen. Am naturbelassenen Badeplatz fühlen sich die Besucher natur- und ortsverbundener und haben ein größeres subjektives Wohlbefinden. Das crowding hat keinen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden und die Zufriedenheit mit dem Aufenthalt; es wird von naturverbundenen Personen eher als zu hoch eingestuft. Crowding führt zu einer verstärkten Wahrnehmung von Chaos und Unübersichtlichkeit am Badeplatz.

Beurteilende(r): Arnberger Arne

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