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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Patrizia Reisinger (2015): EFFECTIVE POPULATION SIZE OF AUSTRIAN CATTLE BREEDS DERIVED FROM SNP CHIP DATA.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Nutztierwissenschaften (NUWI), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 48. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die effektive Populationsgröße (Ne) ist ein Schlüsselparameter, welcher die genetische Variabilität einer Population beschreibt. Es wird angenommen, dass Ne unserer heutigen Rassen über deren Entwicklungsgeschichte nicht konstant, sondern diese in früheren Populationen um vieles größer war. Das Wissen um die Entwicklung von Ne über Generationen ermöglicht es den Ursprung und die Entwicklung unserer Rassen zu klären, den Einfluss von züchterischen Maßnahmen auf die genetische Diversität zu verstehen und diese in unseren heutigen Rassen aufrechtzuerhalten. In dieser Studie wurden 2 verschiedene Methoden zur Berechnung von Ne herangezogen. Die erste Methode basiert auf dem Kopplungsungleichgewicht (LD) zwischen zwei Allelen an unterschiedlichen Loci des Genoms, welches durch den Parameter r2 ausgedrückt wird. Die zweite Methode basiert auf „runs of homozygosity“ (ROH). Deren Häufigkeit und Verteilung über das Genom geben Auskunft über den Inzuchtkoeffizienten. Das Datenmaterial stammt von 4 österreichischen Rinderrassen: Fleckvieh, Braunvieh, Tiroler Grauvieh und Pinzgauer. Die LD und ROH Analysen lieferten konträre Resultate. Während LD Ergebnisse eine konstante Abnahme indizierten, zeigten ROH Ergebnisse eine Zunahme an Ne über die untersuchten Generationen. LD Analysen zeigten eine drastische Abnahme an Ne in den vergangen 500 Generationen, welche sich in den letzten 30 bis 50 Generationen noch verstärkte. Die Rasse Pinzgauer zeigte die höchsten Ne Werte, wohingegen Braunvieh die geringste Ne Werte aufwies. Die auf ROH basierenden Ergebnisse zeigten eine stetige Zunahme an Ne in Tiroler Grauvieh, Pinzgauer und Braunvieh, wobei die Intensität dieser Zunahme zwischen Rassen variierte. Die Rasse Fleckvieh war in historischen Generationen einem Flaschenhalseffekt ausgesetzt, danach stieg Ne über die letzten 12 Generationen. Die berechneten Inzuchtquotienten der Rassen waren: Fleckvieh 14.1%; Braunvieh 14.9%; Tiroler Grauvieh 6.0%; Pinzgauer 5.9%.

Beurteilende(r): Sölkner Johann
1.Mitwirkender: Meszaros Gabor

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