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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Elisabeth Stöger (2016): Zum Einfluss des Fischotters (Lutra lutra) auf Fischbestände ausgewählter Gewässer Niederösterreichs.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Hydrobiologie, Gewässermanagement (IHG), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 122. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die erfolgreiche Wiederausbreitung des Eurasischen Fischotters (Lutra lutra) führt zu Konflikten zwischen Fischerei und Naturschutz. Um der Frage zum Einfluss des Fischotters auf Fischbestände, der bis dato weitgehend unerforscht blieb, nachzugehen, wurden Fischbestände in ausgewählten Gewässern Niederösterreichs erhoben und deren Entwicklung über den Winter 2014/2015 bzw. im Lauf der vergangenen Jahre analysiert. Darüber hinaus wurden weitere Umwelteinflüsse (Lebensraumausstattung und -verfügbarkeit, hydrologische Ereignisse) und anthropogene Stressoren (hydromorphologische und fischereiliche Eingriffe) in die Studie miteinbezogen, und hinsichtlich der Beeinträchtigung der untersuchten Fischbestände evaluiert. Der in den Ergebnissen deutlich sichtbare Rückgang der Bachforellenbestände konnte weder unmittelbar auf gravierende Defizite in der Lebensraumsituation, noch auf abiotischen Faktoren wie z. B. nachteilige hydrologische Ereignisse zurückgeführt werden. Im Detail konnten das Fehlen größerer Individuen (≥ 20 bzw. ≥ 25 cm), sehr geringe Bestände in Oberläufen bzw. auch deren sukzessive Abnahme Richtung Quelle in voralpinen Gewässern beobachtet werden. Es ist nicht auszuschließen, dass ebenso weitere, in der Studie nicht berücksichtigte anthropogene Eingriffe bzw. andere Faktoren und deren kumulierte Wirkung auf die betrachteten Fließgewässer und die darin lebenden Fischpopulationen einwirken. Die Ergebnisse dieser Untersuchung deuten in Summe jedoch stark auf den Fischotter als maßgeblichen Einflussfaktor hin. In jedem Fall sind die Entwicklungen der Bachforellenpopulationen unbedingt weiterzuverfolgen und weiterführende Untersuchungen anzustellen, um diese nicht dem Risiko nachhaltiger, ökologisch nachteiliger Konsequenzen und dem Verlust des „günstigen Erhaltungszustandes“ auszusetzen.

Beurteilende(r): Jungwirth Mathias
1.Mitwirkender: Pinter Kurt

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