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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Julia Wiener (2016): Adsorptionsverhalten und Extraktion von Tetra- und Trichlorethen von einem Textilpassivsammler.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Department für Wald- und Bodenwissenschaften, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 58. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Passivsammler werden benutzt um Schadstofffrachten im Wasser und in der Luft zu bestimmen. Gegenüber üblichen Probenahmen erweisen sich passive Systeme aufgrund tieforientierter Beprobung, Ermittlung von geringen Schadstoffkonzentrationen sowie einer einfacheren und kostengünstigeren Handhabung als vorteilhaft. Ziel dieser Arbeit war es das Adsorptionsverhalten und die Extraktionseigenschaften eines neu entwickelten Textilpassivsammlers (TPS) aus Aktivkohlefaservlies für Tetra- (PCE) und Trichlorethen (TCE) zu ermitteln, um ihn erfolgreich für das Grundwassermonitoring anwenden zu können. Hierfür wurden die Adsorptionsisothermen, die Adsorptionskinetik und die Wiederfindung bestimmt. Das Verhältnis der Gleichgewichtskonzentration (Ceq) in der Wasserphase und Gleichgewichtsbeladung (Qeq) am Adsorbens wurde dargestellt und an verschiedene Isothermengleichungen (Linear, Freundlich, Langmuir) angepasst. Für die Ermittlung der Kinetik wurde die Wasserphase in unterschiedlichen Intervallen beprobt und die Extraktionseigenschaften mit drei verschiedenen Lösungsmitteln (MTBE, n-Hexan, Toluol) untersucht. Die Adsorption folgte einer Langmuir Isotherme, wonach sich eine monomolekulare Schadstoffschicht an der Oberfläche der Aktivkohle ausbildet. Bei niedrigeren bis mittleren PCE- und TCE-Gleichgewichtskonzentrationen (<10 mg/l) konnte die Adsorption eher mit einer Freundlich Isotherme, welche ein exponentielles Adsorptionswachstum indiziert, beschrieben werden. Weiters wurde in deionisiertem Wasser eine höhere Adsorptionskapazität als in Grundwasser festgestellt. Die Adsorptionskinetik zeigte, dass die Stoffe bereits nach 30 bis 60 Minuten gleichbleibend am Vlies adsorbiert sind und mit Toluol wurde die höchste Wiederfindungsrate (> 88%) erzielt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich der TPS als Monitoringsinstrument für PCE und TCE im Grundwasser aufgrund der hohen Adsorptionskapazität und guten Wiederfindungsrate eignet, es aber noch weiterführender Tests bedarf.

Beurteilende(r): Watzinger Andrea

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