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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Michaela Busch (2017): Erholungsnutzung in stadtnahen Weinbaulandschaften Konflikte und Potenziale aus Sicht der Weinbäuerinnen und Weinbauern.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 125. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die zunehmende Urbanisierung und der gleichzeitige Wunsch der Bevölkerung nach Erholung in der Natur haben zur Folge, dass der Erholungsdruck auf stadtnahe Erholungsgebiete wächst. Im Großraum Wien zählen der Wald und die offene Landschaft, wie die Weinbaulandschaften, zu den schnell erreichbaren Naherholungsgebieten. Gleichzeitig stellen die Weinbaulandschaften den Arbeitsplatz und Produktionsraum der Weinbautreibenden dar. Diese Multifunktionalität der Weinbaulandschaften als Wirtschafts- und Erholungsraum bildet die Ausgangslage der Untersuchung. Die Herausforderungen und Potenziale der Erholungsnutzung für die Weinbaubetriebe wurden durch teilstrukturierte Leitfadeninterviews mit 16 Weinbautreibenden ausgewählter Weinbaugebiete in Wien und in der Thermenregion südlich von Wien erhoben. Die generelle Akzeptanz von Erholungssuchenden in der Weinbaulandschaft ist unter den Befragten groß. Konfliktsituationen treten vor allem mit Hundeausführenden, insbesondere mit freilaufenden Hunden, Weinblatt- und Traubendiebstahl sowie unangepasstem Verhalten der Erholungssuchenden auf. Gleichzeitig betonen die Weinbautreibenden eine fehlende Wertschätzung und ein mangelndes Verständnis für die Weinbauarbeit von Seiten der Erholungssuchenden. Als Strategien zur Konfliktlösung sehen die Weinbautreibenden Aufklärung und Information als zielführend und stehen dem Ausschluss der Erholungssuchenden und Verboten ablehnend gegenüber. Nichtsdestotrotz bringen die Erholungssuchenden als Gäste von Ausschanken im Weingarten und Großveranstaltungen einen wirtschaftlichen Nutzen für die Weinbaubetriebe. Die Befragten sind davon überzeugt, dass eine gepflegte Kulturlandschaft die beste Werbung für ihre Betriebe ist. Letztlich bringt der direkte Zusammenhang zwischen der Landschaft und dem Produkt einen wirtschaftlichen Nutzen für die Weinbaubetriebe.

Beurteilende(r): Arnberger Arne
1.Mitwirkender: Eder Renate

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