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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Julia Elisabeth Hecht (2018): Stairmotivation - Ohrwurm zum Mitgehen Analyse und Beeinflussung der Nutzung von Aufstiegshilfen an Wiener U-Bahn-Stationen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Verkehrswesen (IVe), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 199. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der barrierefreie Zugang zu U-Bahn-Stationen ist aufgrund aktueller Gesetze sicherzustellen. Angewiesene Nutzer*innen kritisieren vielfach, dass Aufstiegshilfen von Personen in Anspruch genommen werden, die diese nicht benötigen, zugleich ist mangelnde Bewegung weit verbreitet. Die Integration physischer Aktivität durch z.B. Stiegennutzung in den Alltag kann ein probates Mittel sein, um den Zugang zu mechanischen Aufstiegshilfen für mobilitätseingeschränkte Personen zu erleichtern und die WHO-Empfehlung von mind. 30 Min. körperlicher Bewegung tägl. zu erreichen. Im Rahmen dieser Masterarbeit wurden die Aufstiegshilfenwahl sowie Merkmale und Motive der Nutzer*innen mittels Beobachtungen und Befragungen analysiert. Dazu fanden im März 2017 in drei Aufgängen in Wiener U-Bahn-Stationen (Karlsplatz, Stephansplatz und Landstraße) Erhebungen statt. Um einen Anstieg der Stiegennutzung zu bewirken, wurden im April Interventionsmaßnahmen in Form von Stiegenbeklebungen angebracht. Die zweite Erhebung im Mai zeigte eine signifikante Erhöhung der Stiegennutzung in den Stationen Stephansplatz und Landstraße von 4 %-Pkt. Als häufigste Motive wurden Zeitersparnis, positive Gesundheitseffekte, Komfort und Faulheit sowie eine Beeinträchtigung seitens der Aufzugnutzer*innen angeführt. Ca. 50 % der Proband*innen hatten keine sichtbare Einschränkung bei der Beobachtung. Im Widerspruch zu ihrem Nutzungsverhalten und derzeitigen WHO-Studien gaben die befragten Personen überwiegend an, sich mind. 30 Min. täglich zu bewegen. Positive und humorvolle Interventionen wurden in der ersten Befragung von Proband*innen signifikant positiver bewertet als Ermahnungen. Die Mehrheit der Befragten, die die Intervention wahrnahmen, zeigten eine verstärkte Motivation zur Einbindung der Stiegennutzung in ihre Alltagsmobilität. Das Ergebnis zeigt, dass bereits diese simple Intervention zu Veränderungen in der Aufstiegshilfenwahl führt und einen Beitrag zur Förderung der physischen Aktivität bewirken kann.

Beurteilende(r): Meschik Michael
1.Mitwirkender: Stark Juliane

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