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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Tanja Bichler (2020): Governance und Konfliktlösung im planerischen Prozess Einfluss von Naturschutzinteressen im Rahmen der überörtlichen Flächenausweisung für Windkraftanlage in Niederösterreich und im Burgenland.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp UH 066 427. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Eine überörtliche räumliche Steuerung der Windkraft ist notwendig, um Naturschutzkonflikte auf der örtlichen Ebene zu vermeiden und überörtliche Naturschutzinteressen in die räumliche Steuerung der Windkraft einzubeziehen. Die Arbeit geht den Fragen nach, wie staatliche und nichtstaatliche Naturschutzakteure bei den Zonierungsprozessen in NÖ und dem Burgenland eingebunden wurden und wie eine kooperative Governance in Verbindung mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen die Zonierungsprozesse und -ergebnisse beeinflusst. Es wurden halbstrukturierte Experteninterviews mit an den Raumordnungsprozessen beteiligten Akteuren durchgeführt und nach Meuser und Nagel (1991) ausgewertet. Die frühzeitige und regelmäßige Beteiligung mehrerer Naturschutz-NGOs im Bgld. resultierte in einem Zuwachs an Knowhow, einem transparenten Verfahren und einer hohen Akzeptanz der Zonierungsergebnisse seitens der Naturschutz-NGOs. Um Naturschutzkonflikte zu vermeiden, sollte die Beteiligung mehrerer NGOs, wie im Bgld., außerhalb der Abstimmungstermine der Fachabteilungen erfolgen. Wichtig ist ein staatlicher Akteur, z. B. der Umweltanwalt, welcher die Interessen und das Knowhow der Naturschutz-NGOs bei den Treffen der Fachabteilungen einbringt. Aufgrund der kleinen Untersuchungsgebiete, der schrittweisen Zonierung, der langen Planungsphasen und der guten ornithologischen Datenlage konnten die Flächen im Bgld. sehr gut vorgeprüft werden. Die Folgen waren eine leichtere Durchsetzung von Naturschutzinteressen, schnelle örtliche Raumordnungsverfahren und eine hohe Planungssicherheit für die Betreiber. In NÖ resultierte die Untersuchung des gesamten Landesgebietes binnen eines Jahres in weniger gut vorgeprüften Eignungszonen. Das führte weder zu schnellen örtlichen Raumordnungsverfahren noch zu höherer Planungssicherheit. Um Flächen ohne Zeitdruck detailliert auszuweisen, sollten Zonierungen vor dem Windkraftausbau oder in einer Phase schlechter Förderbedingungen durchgeführt werden.

Beurteilende(r): Hogl Karl
1.Mitwirkender: Scherhaufer Patrick

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