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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Philipp Klittich (2020): DEMOKRATISIERUNG DURCH UNKONVENTIONELLE PARTIZIPATION AM BEISPIEL ENDE GELÄNDE.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 115. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die vorliegende Masterarbeit widmet sich dem Konzept der „Demokratisierung“. Hierbei wird der häufig verwendete, aber sehr ungenaue Begriff der „Demokratie“ konkretisiert und auf eine Umwelt-, beziehungsweise Klimagerechtigkeitsbewegung angewendet. 2014 entstand in Deutschland das Protestbündnis Ende Gelände, welches den weltweiten und sofortigen Ausstieg aus der Gewinnung und Verfeuerung von Braunkohle fordert, da selbige in engem Zusammenhang mit der anthropogen verursachten Klimakrise steht. Mithilfe des zivilen Ungehorsams steht Ende Gelände für einen grundlegenden sozial-ökologischen Systemwandel ein. Die Arbeit fokussiert auf gesamtgesellschaftliche Prozesse der Marginalisierung und Entmarginalsierung innerhalb und außerhalb des Bündnisses. Methodisch wurden sechs qualitative halbstandardisierte Interviews durchgeführt und sowohl Aktivist*innen als auch Organisator*innen der Kampagne befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass jeder Schritt in Richtung eines solidarischeren und egalitäreren Miteinanders, welcher die biogeochemischen Grenzen des Planeten respektiert und sich gleichzeitig in der Praxis bewährt, zur Bewältigung der Klimakrise von enormen Wert ist. Ende Gelände hat es geschafft, die Klimagerechtigkeitsbewegung zu vergrößern, Aufklärungsarbeit innerhalb des deutschsprachigen Raumes bezüglich Klimakrise zu leisten, sich symbolisch und physisch der Braunkohleförderung und -verstromung in den Weg zu stellen und Druck sowie eine Bereitschaft von Menschen, das kapitalistische System herauszufordern, aufzubauen. Die Kampagne pendelt hierbei zwischen gelebter Demokratisierung und einer breitenwirksamen Inszenierung, um gesamtgesellschaftlich wahrgenommen zu werden. Das Resümee der Arbeit ist, dass Ende Gelände als Erfolg in Bezug auf Demokratisierung zu bewerten ist, jedoch müssen bisherige Sensibilisierungsanstrengungen in den Bereichen struktureller, symbolischer und schleichender Gewaltformen innerhalb der Kampagne weiter verstärkt werden.

Beurteilende(r): Steurer Reinhard
1.Mitwirkender: Scherhaufer Patrick

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