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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Paul Schellander (2020): Analyse von Douglasienbeständen in den Tieflagen Kärntens.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 104. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Fichte (Picea abies) als am weitesten verbreitete Baumart in Österreich gerät durch natürliche Störungen, beispielsweise durch Wind und Insektengradationen mehr und mehr in Bedrängnis. In einem wärmeren und trockeneren Klima wird sich die Anfälligkeit der Fichte weiter erhöhen und auch Bestände in den montanen Vegetationszonen betreffen. Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii), eine im Nordwesten Nordamerikas heimische Baumart, könnte eine Alternative zur gefährdeten Fichte darstellen. Sie ist besser an Trockenperioden angepasst und hatte bislang auch wenige Probleme mit Schadinsekten wie dem Buchdrucker (Ips typographus). Darüber hinaus gilt sie als raschwüchsige Baumart bei gleichzeitig guter Holzqualität. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, (a) einen Überblick über den Zustand der Douglasienbestände in den Tieflagen Kärntens zu liefern, (b) eine waldbauliche Analyse ausgewählter Douglasienbestände durchzuführen, (c) bestehende Zuwachs- und Produktivitätsmodelle zu evaluieren, und (d) Schlüsselfaktoren für das Wachstum zu identifizieren. Die überwiegende Anzahl der analysierten Bestände zeigt ein außerordentlich gutes Wachstum und liegt über den in Österreich üblicherweise für Douglasie verwendeten Ertragstafeln. An dieser Stelle sei auch die im Rahmen der Bestandesbesichtigungen festgestellte hohe Ausfallsrate erwähnt, die auf eine hohe Empfindlichkeit der Douglasie im Jugendalter hindeutet. Mithilfe einer multiplen linearen Regression konnten die beiden Standortsmerkmale Jännertemperatur und Bodentextur in Kombination mit der Gründigkeit des Bodens als Schlüsselfaktoren für das Wachstum von Douglasienbeständen in Kärnten identifiziert werden. Douglasienbestände können in den Tieflagen Kärntens beträchtliche Zuwächse erzielen. Richtige Herkunftswahl und Berücksichtigung der ökologischen Limits vorausgesetzt kann die Douglasie als eine von mehreren Alternativen zur durch den Klimawandel in den Tieflagen hoch vulnerablen Baumart Fichte betrachtet werden.

Beurteilende*r: Lexer Manfred Josef

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