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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Jürgen Richter (2022): Waldbauliche Analyse von Eichenjungbeständen im Alpenvorland Oberösterreichs.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 77. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Hauptzielsetzung dieser Arbeit ist eine waldbauliche Analyse und Bewertung eichendominierter Mischwaldbestände im Alpenvorland Oberösterreichs. Die Schwerpunkte sind eine Untersuchung von Wuchsverhalten und Wertleistungspotenzialen, eine Evaluierung der Pflegemaßnahmen und Empfehlungen für die weitere Bestandesbehandlung. Nach dem Windwurfereignis 1990/91 im nördlichen Alpenvorland erfolgte auf den geschädigten Flächen ein Waldumbau, unterstützt durch Förderprogramme und Mischwaldaufforstungen. Aufbauend auf den ersten Untersuchungen dieser Bestände im Jahr 2002 wurden 15 Bestände für die Folgeinventur 2019 ausgewählt und durch ein Inventurverfahren mit fixen Probekreisen erhoben. In den 27 Jahre alten Beständen dominiert der Laubwaldtyp(48.5%), gefolgt vom Nadelwaldtyp(38.8%) und Mischwaldtyp(12.6%). Bei einer hohen Baumartenvielfalt erhöhte sich gegenüber der Erstinventur der Laubaumanteil auf 61.2%, während sich der Nadelbaumanteil auf 38.9% verringerte. Bei den Laubbäumen liegt der Anteil der Eiche bei 20% und jener der Roteiche bei 13%. Bei einer mittleren Stammzahl von 950 n/ha beträgt der mittlere Vorrat 240 Vfm/ha. Die mittleren, periodischen Durchmesserzuwächse von Erst- zu Folgeinventur betragen 6.8 mm/Jahr. Es finden sich in den Beständen aktuell durchschnittlich 65 Z-Bäume/ha, nach einer Astung wären bis zu 80 potentielle Z-Bäume/ha möglich. Interessant ist, dass nach einer Astung im Durchschnitt neben 65 potentiellen Z-Bäumen/ha im Laubwaldtyp auch im Mischwaldtyp 20 Z-Bäume/ha und vor allem im Nadelwaldtyp 35 Z-Bäume/ha vorkommen. Die mittlere Stammzahl der Eiche liegt bei 240 n/ha mit durchschnittlich 50 Z-Bäumen/ha. Die mittleren, periodischen Radialzuwächse von Eiche und Ahorn sind aus den Untersuchungen neben der Fichte als überdurchschnittlich hervor gegangen. Ungenügende Pflege- und Durchforstungsmaßnahmen gefährden die Bestandesstabilität und führen zu einer mangelhafte Laubholzqualität, dies unterstreicht die Dringlichkeit dieser Maßnahmen.

Beurteilende*r: Hochbichler Eduard

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