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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Andreas Cosma (2021): Development of the Traun catchment ichthyofauna in the context of anthropogenic influences.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement (IHG), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 164. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Alpine Flüsse stehen seit langem unter dem Druck des Menschen und des Klimawandels, wodurch sich der Lebensraum für Fische verändert. Diese Arbeit untersucht das historische Vorkommen, die Abundanz und Biomasse, die Artenverteilung und die Populationsstruktur ausgewählter Arten und deren zeitliche Veränderung unter Berücksichtigung anthropogener Einflüsse in den Flüssen Traun, Alm und Ager, indem der aktuelle Fischbestand erfasst und quantitative Bestandszahlen der letzten 40 Jahre ausgewertet werden. Die Eingriffe datieren zurück bis in das 14. Jahrhundert und entwickelten sich in den letzten Dekaden zu multiplen Stressoren, die negative Effekte auf den Fischbestand haben. Zudem übt der Kormoran Prädationsdruck auf die Wildfische aus, speziell auf T. thymallus. Der Vergleich quantitativer Daten der letzten 40 Jahre zeigt die Zunahme der Arten und Gesamtabundanz in der Traun; die Gesamtbiomasse ist von 1980 bis 2009 rückläufig, nimmt aber seitdem zu. Die Biomasseanteile der Salmoniden sanken erheblich auf 15 % in den letzten 10 Jahren, wobei T. thymallus den stärksten Rückgang verzeichnet. Die Cypriniden B. barbus/S. cephalus dominieren zunehmend die Biomasse und A. bipunctatus/P. phoxinus die Abundanz. Die Fischbestandserhebung 2019 zeigte eine stark gestörte Fischzönose, die durch das Fehlen bzw. der Unterrepräsentanz von Leitarten (C. nasus) oder Salmoniden (T. thymallus, S. trutta) am Gesamtfang, der Abundanz oder Biomasse charakterisiert ist. Die gravierendsten Defizite sind auf menschliche Einflüsse, unzureichende Habitate, und begrenzten Reproduktionserfolg zurückzuführen. Eine klimabedingte Verschiebung der Artengemeinschaft von der Äschen- zur Barbenregion sowie weitere negative Auswirkungen der multiplen Stressoren auf die Fischfauna werden erwartet. Um eine nachhaltige Zustandsverbesserung der Fischfauna zu erreichen, müssen Maßnahmen zur Habitat- und Laichplatzaufwertung, Wiederansiedlung von Referenzarten, Konfliktbeseitigung zwischen Fischerei und Vogelschutz, Reduzierung des Kormoran-Prädationsdrucks und einem ökologischem Fischereimanagement ergriffen werden.

Beurteilende*r: Schmutz Stefan
1.Mitwirkender: Pinter Kurt

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