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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Andrea Gutsohn (2022): Mobilität als soziale Praktik Verhaltensänderungen in der COVID-19-Krise und ihr möglicher Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 100. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die COVID-19-Krise und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben zu zahlreichen, teils gravierenden Veränderungen in den Lebenswirklichkeiten vieler Menschen geführt. Weltweit wurden Schulen, Kindergärten, Universitäten, große Teile des Handels und die Gastronomie geschlossen. Im Vordergrund standen Hygienemaßnahmen, die Maskenpflicht, Abstandsregeln, die Minimierung sozialer Kontakte und der Appell an die Menschen, möglichst zuhause zu bleiben. Diese Maßnahmen führten zu starken Einschränkungen des sozialen Lebens und hatten deutliche Auswirkungen auf die Mobilität der Menschen. In dieser Arbeit wird auf Basis einer qualitativen Online-Tagebuchstudie – dem „Logbuch der Veränderungen“ – analysiert, wie die Menschen die COVID-19-Krise wahrnehmen, welche Veränderungen sie im Handlungsfeld Mobilität beobachten und wie sie diese Veränderungen bewerten. Insgesamt wurden 771 Logbucheinträge von 411 Logbuchschreiber*innen ausgewertet und analysiert. Die Praxistheorie bildet den theoretischen Rahmen zur Rekonstruktion der sechs identifizierten Mobilitätspraktiken – Radfahren, Zu-Fuß-Gehen, Autofahren, Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), Nutzung des öffentlichen Personenfernverkehrs (ÖPFV) und Flugzeug-Nutzung. Dabei liegt der Fokus auf den Elementen einer sozialen Praktik, der Materialität, Kompetenz und dem Sinn sowie der Veränderung dieser Elemente aufgrund der Pandemie. Durch die umfassende Analyse des empirischen, qualitativen Datenmaterials der Tagebuchstudie und dem theoretischen Rahmen der Praxistheorie hilft die Arbeit zu erkennen, wie stark alltägliche Praktiken aufgrund der COVID-19-Krise verändert werden mussten und wie Bürger*innen diese Veränderungen wahrgenommen haben. Die Aufteilung der verschiedenen Mobilitätspraktiken nach den einzelnen Elementen Materialität, Kompetenz und Sinn hat zu einem besseren Verständnis geführt, wie sich die einzelnen Praktiken zusammensetzen, wie eng die Elemente miteinander verbunden sind und wie sich die praxistheoretischen Elemente aufgrund der COVID-19-Krise verändert haben.

Beurteilende*r: Steurer Reinhard
1.Mitwirkender: Scherhaufer Patrick

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