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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Anna Breuer (2022): Regionale Energie- und Klimaschutzmaßnahmen in Österreich anhand der Klima- und Energiemodellregion Freistadt.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 101. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Klimakrise erfordert ein rasches Handeln. Ambitionierte Treibhausgas-Emissionsreduktionen sind unerlässlich, um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Die Energiewende auf regionaler Ebene wird zunehmend thematisiert, da auch auf dieser Ebene nationale Energie- und Klimaschutz-Ziele mit den Umsetzungsaktivitäten in Einklang gebracht werden müssen. Die vorliegende Masterarbeit untersucht Klima- und Energiemodellregionen (KEM) in Österreich. Es wird analysiert, welchen Beitrag eine KEM zur Energiewende auf regionaler Ebene leisten kann. Es wird zudem aufgezeigt, welche Hindernisse und Erfolgsfaktoren im KEM-Umsetzungsprozess auftreten. Die Transition-Forschung, insbesondere die Mehrebenen-Perspektive (MLP) und das strategische Nischenmanagement dienen als theoretische Grundlage zur Analyse der Klima- und Energiemodellregion Freistadt. Acht qualitative, halbstrukturierte Expert_innen-Interviews bilden neben wissenschaftlichen Studien und KEM-Umsetzungsberichten die Grundlage für den Ergebnisteil. Es wurden einige Sachverhalte im Fallbeispiel identifiziert, die in der Theorie als wichtige Faktoren für die Energiewende als sozio-technische Transition gelten. Durch das KEM-Programm kann der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden, es können regionale Governance-Strukturen geschaffen und Akteursnetzwerke aufgebaut werden. Durch innovative Pilot-Projekte werden weitere Veränderungen ausgelöst. Zu den Hindernissen im KEM-Umsetzungsprozess zählen fehlende finanzielle Mittel sowie bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen, welche den Umbau des Energiesystems erschweren. Um die Energiewende in Österreich rasch voranzutreiben, braucht es zusätzlich zu den KEMs drastische Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene. Eine KEM stellt somit eine sinnvolle regionale Anlaufstelle für erneuerbare Energien und Klimaschutz dar und kann eine effektive Ergänzung zu ambitionierten Maßnahmen auf höheren Verwaltungsebenen sein.

Beurteilende*r: Steurer Reinhard
1.Mitwirkender: Scherhaufer Patrick

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