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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Roman Schrott (2021): Waldbauliche Analyse zur aktuellen Verbreitung der Weißtanne (Abies alba) und deren Entwicklung seit 1970 im Untervinschgau.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 127. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Tanne im Vinschgau ist bekannt für Ihre besondere Trockenresistenz. Ziel dieser Arbeit war es die aktuelle Verbreitungssituation der Vinschger Tanne zu erfassen und diese mit der Situation um 1970 zu vergleichen. 2007 untersuchte Sebastian de Jel die Verbreitung der Tanne im Vinschgau auf der Fläche des Nationalparks Stilfser Joch auf 210 Stichprobenflächen. Im Zuge dieser Masterarbeit wurde der Stichprobenraster von de Jel erweitert. Dadurch konnten weitere 135 Stichprobenflächen erhoben werden. Durch die Kombination der Daten beider Arbeiten konnte das aktuellen Verbreitungsgebietes der Tanne kartiert werden. Insgesamt konnten Tannen auf 15% der 345 Stichprobenflächen festgestellt werden. Des Weiteren konnte das aktuelle Samenverbreitungsgebiet der Tanne im Vinschgau modellhaft abgeschätzt werden. Es zeigt sich, dass 70 % des eigentlichen Tannenverbreitungsgebietes nicht mehr von Tannensamen erreicht werden kann. Durch die weitere Auswertung der 135 Stichprobenflächen dieser Arbeit konnte ermittelt werden, dass die Tanne auf 27% der Stichprobenflächen am Bestandesaufbau beteiligt ist. Tannen im Dickungs-Stratum konnten auf 4% der Probeflächen festgestellt werden, Tannen im Jungwuchs-Stratum auf 7%. Tannenkeimlinge wurden wiederum auf 19% der Stichprobeflächen erhoben. Eine erfolgreiche Verjüngung der Tanne ist meist nicht möglich, zwar sind räumlich differenziert hohe Keimlingsdichten möglich, ein Einwachsen in das Dickungs-Stratum schlägt allerdings meistens fehl. Um die Entwicklung der Tannensituation im Vinschgau über die letzten 50 Jahre zu rekonstruieren, wurden die Ergebnisse dieser Arbeit und die aktuellen Waldbehandlungspläne des Vinschgaus mit der Diplomarbeit von Karner (1973) und den um 1970 erstellten Waldbehandlungsplänen verglichen. Es zeigt sich vielerorts eine Erhöhung des Tannenvorrats, diese lässt sich durch die Zuwächse der vitalen Tannen, bei gleichzeitig geringen Nutzungen und den verschiedenen Erhebungsmethoden der Daten erklären.

Beurteilende*r: Hochbichler Eduard

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