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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Susanne Mahnik (2002): Stoffflussanalysen ausgewählter Zytostatika im Wiener Allgemeinen Krankenhaus und Entwicklung einer Analysemethode zum quantitativen Nachweis von 5-Fluorouracil im Abwasser mittels Kapillarelektrophorese.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 117. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Zytostatika, die als Mittel zur Behandlung von malignen Tumoren eingesetzt werden, gelangen über die natürlichen Ausscheidungen in das Abwasser bzw. in weiterer Folge in die Umwelt. In der vorliegenden Arbeit wird anhand einer Literaturstudie der Stand der Wissenschaft bezüglich Verbrauch, Dosierung, Ausscheidung und Abbaubarkeit von ausgewählten Zytostatika im Abwasser erhoben und die Entwicklung der Analysemethode für das Zytostatikum 5-Fluorouracil aufgezeigt. Weiters wird der Verbrauch ausgewählter Zytostatika in der onkologischen Station eines Wiener Krankenhauses (KH), dargestellt und die zu erwartenden Konzentrationen im Abwasser mittels Modellberechnungen abgeschätzt. Die Auswahl der Zytostatika erfolgt aufgrund der eingesetzten Mengen und toxikologischer Daten. Zu den in Österreich und im KH mengenmäßig bedeutendsten Zytostatika zählen die Substanzen 5-Fluorouracil, Gemcitabin und die Alkylantien Cyclophosphamid und Ifosfamid. Mit Ausnahme von 5-Fluorouracil ist keines der oben genannten Zytostatika biologisch abbaubar. Die entwickelte Methode dient dem quantitativen Nachweis von 5-Fluoruracil (5-FU) in Abwasser mittels Kapillarelektrophorese. Der für die Kalibriergerade gewählte Bereich deckt die für das AKH Abwasser berechneten Konzentrationen ab und ist über einen Bereich von 5 - 500 µg/l linear. Als mittlere Recovery konnte > 80% erreicht werden. Die Qualitätskontrolle erfolgt nach den Vorschriften des Journal of Chromatography B, die auf den definierten Standards des GLP (Good Laboratory Practice) beruhen. Im Abwasser des Wiener Krankenhauses muss mit kumulativen Konzentrationen von bis zu 14 µg/l Zytostatika gerechnet werden, was auch mit den in der Literatur bilanzierten Werten von 15-160 µg/l übereinstimmt. Genauere Untersuchungen über das Vorkommen von Zytostatika in der Umwelt sind bisher nur in sehr beschränktem Ausmaß durchgeführt worden, eine umfassende Risikoabschätzung über mögliche negative Umweltauswirkungen ist noch ausständig.

Beurteilende(r): Fürhacker Maria

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