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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Stefan Wegener (2002): Untersuchung der Wirksamkeit konventioneller Methoden der Trinkwasser - Aufbereitung zur Elimination endokriner Modulatoren.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 121. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Tatsache, daß endokrin wirksame Stoffe in Grund- und Oberflächenwasser vorkommen können, hat Anlaß gegeben, gängige Trinkwasseraufbereitungsmethoden auf ihre Wirkung und Eliminationsleistung in Bezug auf endokrine Modulatoren, zu untersuchen. Weiters sollten Aussagen über das Auftreten von endokrin aktiven Metaboliten gemacht werden, sowie eine Auswahl der besten Methoden für die Aufbereitungspraxis getroffen werden. Untersucht wurden die Desinfektionsmethoden UV-Desinfektion [~18.000 J/m²], Chlorung mit Natriumhypochlorit [0,5 mg/l], Chlordioxid [0,5 mg/l] und Ozonung [1,4 mg/l]. Die Methoden kamen im Labormaßstab zur Anwendung. Die Gruppe der Zielsubstanzen von endokrinen Modulatoren umfaßte die natürlichen Hormone 17beta-Estradiol (E2), Estriol, Estron, das synthetische Hormon 17alpha-Ethinylestradiol (EE2) und die Industriechemikalie Bisphenol A (BP A). Die UV Versuche erreichten trotz der sehr hohen Bestrahlungsintensität eine nur etwa 50%ige Elimination der Zielsubstanzen. Die Chlorung mittels Natriumhypochlorit und Chlordioxid brachte eine Reduktion der Zielsubstanzen bis unter die Bestimmungsgrenze. Bei Verwendung von NaClO konnten adsorbierbare organische Halogenverbindungen (AOX) nachgewiesen werden. Die Begasung mit Ozon bot eine weitere Möglichkeit die Zielsubstanzen bis unter die Bestimmungsgrenze zu eliminieren. Die Frage nach der Bildung von endokrin aktiven Metaboliten, wurde dadurch beantwortet, daß jeweils nach dem Abbau der Zielsubstanzen eine Abnahme der endokrinen Aktivität durch den Hefetest nachgewiesen werden konnte. Die folgenden Trinkwasseraufbereitungsmethoden können zur Elimination der Zielsubstanzen empfohlen werden: Chlorung mit Natriumhypochlorit, Chlorung mit Chlordioxid und Ozonung.

Beurteilende(r): Fürhacker Maria

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