BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Michael Huber (2011): Akzeptanz und Partizipation der Bevölkerung im geplanten Biosphärenpark Lungau.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp XI, 177, [19] S.. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
In der Schutzgebietsplanung im 21. Jahrhundert wird zunehmend Wert auf die Akzeptanz in der Bevölkerung und deren aktive Beteiligung im Laufe der Planung gelegt. Die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit befassen sich daher mit der Akzeptanz des geplanten Biosphärenparks Lungau in der Bevölkerung und deren Erwartungshaltungen. Es war von besonderem Interesse, wie die Bevölkerung eine potentielle Beteiligung im Rahmen der Biosphärenparkausweisung sieht, und welche Faktoren diese beeinflussen. Hierzu wurden eine vollstandardisierte postalische Befragung der Lungauer Bevölkerung (n=460) und sechs Experteninterviews durchgeführt. Insgesamt wurde eine sehr hohe Akzeptanz in der Bevölkerung festgestellt (76% Zustimmung). Die Bevölkerung erwartete sich vor allem positive Effekte auf die Regionalentwicklung, die Wirtschaft und den Tourismus, während der Naturschutz eine eher untergeordnete Rolle spielte. Mit Hilfe der Theory of Planned Behavior (AJZEN, 1991) wurden mehrere Modelle zur Erklärung des intendierten Beteiligungsverhaltens erstellt. Rund 40% der Befragten konnten sich vorstellen, aktiv am Biosphärenpark mitzuarbeiten. Es zeigte sich, dass die Beteiligung der Bevölkerung von einer Vielzahl von Faktoren abhing und je nach Beteiligungstiefe verschiedene Faktoren wirksam wurden. Vor allem zwischen aktiver und passiver Beteiligung wurden starke Unterschiede festgestellt. Es zeigte sich, dass Beteiligung vor allem von persönlichen Kommunikationseigenschaften, persönlichem Engagement und dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten, an einem Beteiligungsprozess teilnehmen zu können, abhing. Das Konzept der Ortsverbundenheit stand in engem Zusammenhang mit der Beteiligungsbereitschaft und der Akzeptanz. Eine hohe Ortsidentität begünstigte eine Beteiligung, während hingegen starke soziale Bindungen eine Beteiligung eher hemmten. Abschließend wurden konkrete Vorschläge zur Erhöhung der Akzeptanz und zur verbesserten Einbindung der lokalen Bevölkerung entwickelt.

Beurteilende(r): Arnberger Arne

© BOKU Wien Impressum