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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Laura Annamaria Steiner (2012): Telemetriestudie zur Laichwanderung der Europäischen Äsche (Thymallus thymallus) in der Unteren Möll.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Hydrobiologie, Gewässermanagement (IHG), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 96. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Im Zuge der Einreichplanung einer Fischwanderhilfe am Wehr Rottau (Teil der Malta Kraftwerkskette an der Möll) - welches die erste Kontinuumsunterbrechung für aus der Drau aufwandernde Fische darstellt - wurde eine Vorstudie zum Migrationsverhalten von Äschen durchgeführt, um Aufschluss über deren Wanderverhalten sowie über die Orientierungsfähigkeit der Fische an der Wehranlage zu geben. Zur Laichzeit wurden 21 adulte Äschen flussab des Wehres gefangen, Radiotelemetriesender implantiert und oberhalb des Wehres im Ausgleichsspeicher Rottau ausgesetzt. Ihre Wanderungen wurden über den Zeitraum eines Jahres beobachtet. Der Schwerpunkt der Untersuchung lag dabei auf den Monaten März bis Juni, da hier mit den stärksten Bewegungen zu rechnen war. Die Beobachtungen zeigen, dass die Äschen nach dem Aussetzen im See sowohl flussauf als auch flussab gerichtete Wanderungen unternahmen. Die Migrationsmaxima wurden Mitte April festgestellt, wobei die Äschen bis zu 17 km flussauf zurücklegten. Im Zuge der flussab gerichteten Migration konnten keinerlei Schwierigkeiten bei der Orientierung am Wehr beobachtet werden. Die Äschen wechselten des Öfteren und zügig zwischen Standorten im See und in der Ausleitung und suchten offensichtlich nach Abwanderungsmöglichkeiten. Ab Ende April wurden die Fische standorttreu mit nur minimalen täglichen Bewegungen von wenigen zehn Metern. Der Versuch einer Abwanderung zu Winterquartieren im Spätsommer oder Herbst konnte nicht beobachtet werden. Die ausgeprägten Wanderaktivitäten und das aktive Suchen der besenderten Äschen nach geeigneten Abwanderungsmöglichkeiten machen die Notwendigkeit einer Fischwanderhilfe am Wehr Rottau deutlich. Durch den äußerst selten geöffneten Wehrüberlauf muss die FWH auch flussab gerichtete Wanderungen ermöglichen. Die Studie zeigt weiters, dass Schutz- und Leiteinrichtungen am Wehr und den Turbineneinlässen unumgänglich sind, um die Auffindbarkeit der FWH sicherzustellen und letale Turbinenpassagen zu vermeiden.

Beurteilende(r): Jungwirth Mathias
1.Mitwirkender: Pinter Kurt

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