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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Janine Oettel (2012): Forest Fires and Fuel Characteristics of Tyrol Including Case Studies.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 95. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Tirol ist eines der Bundesländer Österreichs mit regelmäßigen Waldbrandereignissen. Mit Hilfe früherer Aufzeichnungen des Lebensministeriums und der am Institut für Waldbau bestehenden Waldbranddatenbank wurde eine Analyse der Waldbrände Tirols für die Jahre 1990 - 2010 durchgeführt. Anhand der Ergebnisse ist erkennbar, dass die Mehrheit der Waldbrände eine durchschnittliche Größe von 1 ha aufweist und vom Menschen verursacht wurde (74%). Lediglich 20% der Brände Tirols wurden durch Blitzschlag hervorgerufen. Frühling und Sommer stellen die Hauptsaison für Waldbrände dar. Die Mehrheit der Brände tritt hauptsächlich in Fichten- (39%) und Kiefernwäldern (25,78%) auf. 52% aller Waldbrände sind auf südlich und 29% auf nördlich exponierten Hängen aufgetreten. Den gleichen Zeitraum umfassend wurde eine Clusteranalyse, basierend auf den folgenden acht Parametern, Brandursache, Größe, Jahreszeit, Höhenlage, Hangneigung, Waldtyp sowie Indizes zur Abschätzung der Waldbrandgefahr (FFMC, BUI, CFWI) durchgeführt. Unter Verwendung der Software SPSS wurden mittels Ward Methodik insgesamt sechs Cluster definiert. Die Cluster bestehen aus jeweils 8 bis 39 Fällen. Ein Cluster repräsentiert Waldbrände mit natürlicher Ursache, wohingegen die anderen Gruppen aus vom Menschen verursachten Bränden bestehen. Letztere wurden nach der Gefährdungsstufe des FFMC gruppiert. Des Weiteren wurden Fälle mit mittel bis hohem FFMC aufgrund der Größe der Waldbrandfläche unterschieden und Fälle mit fehlenden Eingangsdaten zur Berechnung des FFMC nach Saisonalität gruppiert. Für jede der Gruppen wurde eine Fallstudie dokumentiert. Interviews mit Förstern und Feuerwehren wurden durchgeführt, um Informationen über Standort, meteorologische Bedingungen, Feuerausbreitung und Löscharbeiten zu erhalten. Es zeigte sich, dass neben den Indizes zur Abschätzung der Waldbrandgefahr, auch der Standort und die Brennstoffverfügbarkeit die Brandentwicklung und die durchzuführenden Löscharbeiten wesentlich beeinflussen. Die Kooperation zwischen Förstern und Feuerwehren ist dabei wichtig, um eine effektive Bekämpfung sicherzustellen.

Beurteilende(r): Vacik Harald
1.Mitwirkender: Arpaci Alexander

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