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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Robert Ernst Lauschmann (2012): Vorgeschaltete Phosphorfällung bei Pflanzenkläranlagen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft und Gewässerschutz (SIG), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 124. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Pflanzenkläranlagen mit vertikal durchflossenem Filterkörper erzielen ausgezeichnete Reinigungsleistungen bei Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen. Phosphor kann bisher mit Pflanzenkläranlagen nicht dauerhaft entfernt werden. In dieser Arbeit wurde der Einsatz einer konventionellen chemisch-physikalischen Phosphorfällung mit Natriumaluminat bei einer Pflanzenkläranlage untersucht. Durch eine vorgeschaltete Fällung sollte versucht werden, den geforderten Ablaufwert von 1,6 mg/l PO4-P bei einer bestehenden Anlage zu erreichen. Die Sedimentation der Flocken sollte in den 3 Absetzschächten der Vorklärung stattfinden. Die Anlage war bereits ca. 3 Jahre ohne Maßnahmen zur P-Entfernung in Betrieb. Die Phosphat-Werte in der Vorklärung zeigten zu diesem Zeitpunkt einheitliche Werte, ohne signifikante Hinweise auf Veränderungen der ankommenden Phosphat-Konzentration. Das erste und mit 240 m² größere Pflanzenbeet eliminierte immer noch ca. 36% der PO4-P Fracht. Das zweite und mit 60 m² deutlich kleinere Pflanzenbeet zeigte kaum mehr eine messbare Elimination. Es wurden 3 unterschiedliche Mengen an Fällmittel zudosiert und die Auswirkungen auf die Anlage und den Ablaufwert beobachtet. Erst bei relativ hohen Dosiermengen (ß = 3,5) konnten zufriedenstellend niedrige Phosphatkonzentrationen in den Vorklärschächten erreicht werden. Die Ablaufwerte der Pflanzenbeete waren zeitweilig höher als deren Zulaufwerte. Nach einigen Versuchen wurde außerdem die Art der Einmischung des Fällmittels in das Abwasser, durch den Einbau eines Siphons in die Zuleitung, verändert. Es wird angenommen, dass große Schwankungen der Zulaufmenge und der PO4-P Konzentration eine Optimierung verhindern. Außerdem werden konkurrierende Reaktionen des Fällmittels mit anderen Anionen für den hohen Fällmittelverbrauch bei der Methode der vorgeschalteten Fällung verantwortlich gemacht. Trotzdem konnte bewiesen werden, dass es möglich ist, den vorgegebenen Ablaufwert von 1,6 mg/l PO4-P einzuhalten.

Beurteilende(r): Ertl Thomas
1.Mitwirkender: Langergraber Günter

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