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Gewählte Dissertation:

Georg Sixta (2017): SYNTHESIS OF C-7 AND SPACER-MODIFIED KDO DERIVATIVES AS PROBES FOR KDO-SPECIFIC MONOCLONAL ANTIBODIES.
Dissertation - Abteilung für Organische Chemie (DCH/OC), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 109. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Chlamydien sind obligatorisch intrazelluläre Bakterien und verantwortlich für eine Reihe von akuten und chronischen Infektionskrankheiten. Ihr Lipopolysaccharid (LPS) enthält Kdo (3-desoxy-D-manno-oct-2-ulosonsäure), eine wichtige bakterielle Zuckersäure mit acht Kohlenstoffatomen. Der Kohlenhydratteil des Chlamydien-LPS besteht aus dem linearen Kdo-Trisaccharid α-Kdo-(2-8)-α-Kdo-(2-4)-α-Kdo, das ein Chlamydien-spezifisches Antigen konstituiert. Im Vorfeld wurden monoklonale Mausantikörper (mAbs) gegen verschiedene Kdo-Epitope des Lipopolysaccharids durch Neoglycokonjugate generiert und ihr molekularer Bindungsmodus beschrieben. Um die Antigenerkennung weiter zu untersuchen, wurden Spacer-modifizierte Trisaccharidanaloga aus dem Disaccharid α-Kdo-(2-8)-α-Kdo synthetisiert. Dabei wurde die Allylgruppe des Aglykons in Alkylcarboxylate mit verschiedenen Alkylspacerlängen konvertiert. Die Affinität der Zielverbindungen zum Kdo-Trisaccharid-spezifischen mAb S25-23 wurde im ELISA-Test ermittelt. Dabei konnte die Bedeutung der proximalen Carboxylgruppe für die Bindung bestätigt werden. Weiters wurden Kdo-Modifikationen an C-7 vorgenommen, um den Effekt von Seitenkettenmodifikationen auf die Antikörper—Antigenbindung zu untersuchen. Eine dieser Verbindungen, das 7-O-Methyl-derivat des Disaccharids α-Kdo-(2-8)-α-Kdo-(2-O)-allyl zeigte eine bemerkenswert hohe Affinität zum mAb S67-27 in ELISA-Experimenten, was durch Surface Plasmon Resonance Experimente bestätigt werden konnte. Co-Kristalle von mAb S67-27 mit dem nativen (2-8)-verknüpften Kdo-Disaccharid und dem methylierten Antigen ermöglichten neue Erkenntnisse über die Kohlenhydraterkennung von Antikörpern, insbesondere den Beitrag von hydrophoben Wechselwirkungen zur Bindungsaffinität. Die Ergebnisse zeigen die bemerkenswerte Eigenschaft des Immunsystems, effektiv gegen bekannte Immunogene zu schützen und parallel auch neue Strukturelemente erkennen zu können.

Betreuer: Kosma Paul

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