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Gewählte Dissertation:

Sebastian Michel (2017): Genomic Selection for Complex Traits in Bread Wheat Breeding.
Dissertation - Abteilung Pflanzenzüchtung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 80. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Moderne Methoden und Techniken der Pflanzenzüchtung haben es in Kombination mit verbesserten pflanzenbaulichen Maßnahmen ermöglicht, den Ertrag der wichtigsten Getreidekulturen in den letzten 100 Jahren zu verdoppeln. Der jährliche Ertragsfortschritt im Weizen und anderen weltweit angebauten Kulturen ist derzeit jedoch nicht in der Lage, mit dem zu erwartenden Bedarf Schritt zu halten, wobei Prognosen zeigen, dass Einflüsse wie Klimawandel, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten der erneuten und notwendigen Verdoppelung des Ertrags bis 2050 im Wege stehen. Die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien, die das Potential haben den Zuchtfortschritt unserer Kulturpflanzen zu beschleunigen, wird somit immer notwendiger. Mit dem Aufschwung genomischer Methoden versprach die Anwendung molekularer Marker ein wichtiges Werkzeug der Pflanzenzüchtung zu werden, um dieses Ziel zu erreichen. In der vorliegenden Studie wurden solche genomweit verteilten Marker in einem Winterweizenzuchtprogramm genutzt um (i) die Genauigkeit genomischer Zuchtwerte für Kornertrag und Proteingehalt über Jahre hinweg zu schätzen, (ii) herkömmliche phänotypische mit genomischen Selektionsverfahren zu vergleichen und schließlich (iii) phänotypische Information von Ertragsvorversuchen in die Methodik der genomischen Selektion zu integrieren, um einen Beitrag zur allgemeinen Verbesserung von Linienzuchtschemen zu leisten. Zum Erreichen dieser Ziele wurden zunächst die phänotypischen Daten einer Zuchtpopulation von mehrehren 100 genotypisierten Weizenzuchtstämmen analysiert, welche in mehrortigen Versuchen über den Zeitraum 2010-2015 erhoben wurden. Eine Kreuzvalidierung über Jahre hinweg, zeigte großes Potential zum Routineeinsatz genomischer Selektion auf Kornertag und Proteingehalt in der Winterweizenlinienzüchtung. Des Weiteren war die genomische der herkömmlichen phänotypischen Selektion deutlich überlegen, wobei eine Kombination beider Methoden das größte Potential zeigte.

Betreuer: Bürstmayr Hermann
1. Berater: Grausgruber Heinrich
2. Berater: Steiner Barbara

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