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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Katharina Thrackl (2017): Quantitative und qualitative Analyse von Gluten in unterschiedlichen Weizenarten und Sorten.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Abteilung Pflanzenzüchtung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 63. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Weizen ist nach dem Zuckerrohr, Mais und Reis das viertwichtigste landwirtschaftliche Erzeugnis weltweit. Verwendung findet diese Kulturart vor allem in der Produktion von Lebensmittel wie z.B. Backwaren. Für die Qualität eines Weizenmehles sind hauptsächlich Proteine, genauer das Gluten (Gliadine und Glutenine) im Mehl verantwortlich. Gliadine können auch zu Unverträglichkeiten und Sensibilitäten führen. Eine dieser durch Weizengluten hervorgerufenen Krankheiten ist die Zöliakie. Vielfach wird behauptet, dass ältere Sorten bei glutensensitiven Personen weniger Beschwerden und weniger Verdauungsprobleme im Vergleich zu modernen Sorten verursachen. Es soll auch Unterschiede in der Toxizität zwischen den Weizenarten geben. Das Ziel dieser Arbeit war es, Proben der Ernten 2015 und 2016 mittels quantitativer und qualitativer Analyse von Gluten zu untersuchen. Sorten bzw. Herkünfte von sieben verschiedenen Weizenarten (Triticum monococcum, T. dicoccum, T. spelta, T. macha, T. turgidum, T. urartu, T. aestivum) wurden 2015 und 2016 in Österreich und in Tschechien angebaut. Die Menge an immunotoxischen Gluten wurde mit einem AgraQuant® Gluten G12 ELISA Kit ermittelt. Die individuellen Proteinfraktionen wurden Schritt für Schritt aus dem Mehl isoliert und mittels RP-HPLC analysiert. Der Gesamt-Rohproteingehalt wurde mittels FT-NIRS und der Methode nach Dumas bestimmt. Die Ergebnisse zeigten signifikanten Einfluss der unterschiedlichen Arten auf die Qualitätsparameter. Der Gehalt an immunotoxischen Glutenpeptiden war in modernen Sorten nicht höher als in alten, züchterisch unbearbeiteten Sorten. Ziel künftiger Untersuchungen sollte es sein, ein Augenmerk auf die unterschiedlichen Weizenarten und den verschiedenen Weizengenomen zu legen.

Beurteilende(r): Grausgruber Heinrich
1.Mitwirkender: Baumgartner Sabine

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