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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Anja Scheurich (2018): Nachhaltigkeitsbewertung österreichischer Bio-Heumilchbetriebe mit der Methode SMART.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Nutztierwissenschaften (NUWI), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 91. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Mit SMART - einer Methode der Nachhaltigkeitsbewertung in der Landwirtschaft, die auf den von der FAO entwickelten SAFA-guidelines beruht – wurden zwischen März und Oktober 2017 94 österreichische Bio-Heumilchbetriebe in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark untersucht. Die Ergebnisse stellen sich in den Dimensionen der Unternehmensführung, ökologischen Integrität, ökonomischen Resilienz und des sozialen Wohlergehens fast durchwegs gut und über die Regionen hinweg sehr ähnlich dar. Die Faktoren ‚Standort Österreich‘, ‚biologische Wirtschaftsweise‘, und ‚Erfüllung privater Labels‘ sind kausal für viele der realisierten Zielerreichungsgrade. Mithilfe einer Clusteranalyse wurden die Betriebe in vier Gruppen eingeteilt. Hierin differenzieren sich besser von schlechter abschneidenden Betrieben, wobei fast alle Zielerreichungsgrade dennoch im „guten“ Bereich liegen. Untersuchungen deuten vor allem auf betriebsindividuell unterschiedliches Management hin und lassen nur auf den zweiten Blick Muster erkennen, nach denen „größere, modernere“ Betriebe „nachhaltigere“ Betriebe zu sein scheinen. Im Vergleich der Zielerreichungsgrade im Unterthema Treibhausgase von 16 Betrieben mit den mittels eines Ökobilanzierungsansatzes quantifizierten Treibhausgasemissionen ergeben sich nahezu keine Korrelationen. Verantwortlich hierfür erscheint hauptsächlich die Zusammenstellung der SMART-Indikatoren, die nur geringfügig an den Hauptemissionsquellen für Treibhausgase von Milchviehbetrieben orientiert ist. Dies und andere Defizite der SMART-Methode weisen auf die Notwendigkeit der Weiterentwicklung von SMART und einer erforderlichen Vorsicht bei der Interpretation der Ergebnisse hin. Trotz dieser Limitationen stellt SMART eine gute Grundlage dar, um davon ausgehend die betriebliche Nachhaltigkeit zu diskutieren. Die Chancen von SMART liegen derzeit vor allem im Vergleich von Produktionssystemen mit größeren Unterschieden bzw. auf unterschiedlichen geographischen Standorten.

Beurteilende(r): Zollitsch Werner
1.Mitwirkender: Hörtenhuber Stefan

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