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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Julius Johannes Sebald (2018): Störungsanalyse für Österreichs Wald anhand von Satellitenbildern von 1985 bis 2016.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 68. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Aktuelle Studien haben gezeigt, dass Störungen in den Wäldern Europas zunehmen und dass dieser Trend sowohl auf klimatische Veränderungen als auch auf eine veränderte Waldstruktur zurückzuführen ist (höhere Vorräte, ungleiche Altersklassenverteilung). Es war allerdings bislang unklar, ob dieser Anstieg sich lediglich auf das durch Störungen anfallende Holzvolumen bezieht oder auch ein flächenmäßiger Anstieg von Störungen zu verzeichnen ist. Die momentan beste Methode zur großräumigen, flächenhaften Untersuchung von Waldveränderungen stellt die Analyse von Satellitenbildzeitreihen aus dem Landsat-Archiv dar. Diese Methode wurde in Nordamerika und größeren geografischen Einheiten Europas bereits erfolgreich angewendet, allerdings noch nicht in einem kleinstrukturiert bewirtschafteten Land wie Österreich. Daher wurden für die vorliegende Arbeit zufällig 4.000 Pixel (Auflösung 30 x 30 Meter) über ganz Österreich verteilt ausgewählt und diese für jedes Jahr auf Störungsereignisse untersucht. Ziel der Arbeit war es, die Verwendung von Landsat-Satellitenbildzeitreihen für die Störungsanalyse im österreichischen Wald zu evaluieren. Darüber hinaus wurden zeitliche und räumliche Muster der flächenmäßigen Störungsaktivität in Österreichs Wald während der letzten dreißig Jahre untersucht. Es wurden jährliche Störungsraten zwischen 0,61 % (1987) und 1,65 % (2010) ermittelt, wobei die Störungsaktivität von der ersten Hälfte (1985 bis 2000) auf die zweite Hälfte (2001 bis 2015) des Beobachtungszeitraums um 44,9 % angestiegen ist. Regionale Störungs-Hotspots lagen in den südlichen und östlichen Zwischenalpen sowie im Waldviertel. Außerdem konnte gezeigt werden, dass ein vertikales Störungsmaximum in der Höhenstufe zwischen 1250 und 1500 Metern vorliegt. Eine noch nicht vollständig gelöste Herausforderung stellt die Unterscheidung einzelner Störungsagenten auf Basis von Satellitendaten dar.

Beurteilende(r): Seidl Rupert

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