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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Marie Louise Schneider (2018): Tierwohl bei Milchkühen: Analyse von Tierwohl-Initiativen verschiedener Akteure aus der Wertschöpfungskette Milch und empirische Untersuchung zur Umsetzung eines Tierwohl-Labels.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Nutztierwissenschaften (NUWI), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 150 . UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Herkunft und Produktionsweise tierischer Lebensmittel werden vom Konsumenten zunehmend kritisch hinterfragt. Durch Tierwohl-Initiativen versuchen auch einzelne Akteure der Milchwirtschaft dem Wunsch des Konsumenten nach verbesserter Tierhaltung nachzukommen. Ziel dieser Arbeit war es zu erarbeiten, welche Parameter von den verschiedenen Initiativen zur Überprüfung des Tierwohls herangezogen werden und in wie weit diese tatsächlich dazu geeignet sind, das Tierwohl in der Milchviehhaltung zu beurteilen. Dazu wurden zwölf Initiativen aus Handel, Industrie, der Landwirtschaft und von NGOs mit zwei wissenschaftlich entwickelten Bewertungssystemen, dem Welfare Quality® Protocol und Cows and More verglichen und diskutiert. Verglichen mit den wissenschaftlichen Bewertungssystemen, berücksichtigt der Großteil der ausgewählten Initiativen nur wenige tierbezogene Parameter zur Beurteilung des Tierwohls. Dagegen legen einige Initiativen den Schwerpunkt auf ressourcenbezogene Parameter, die keines der wissenschaftlichen Bewertungssysteme heranzieht. Die Zielsetzung des Tierwohl-Standards hatte einen Einfluss auf die ausgewählten Parameter. Im empirischen Teil der Arbeit wurden Aspekte der Umsetzung bzw. Umsetzbarkeit am Beispiel einer Tierwohl-Initiative untersucht, die die Anforderungen des Tierwohl-Labels des Deutschen Tierschutzbunds berücksichtigt. Dazu wurden teilnehmenden und nicht-teilnehmenden Landwirte zum Umsetzungsaufwand der Forderungen, zu ihrer Motivation für eine Teilnahme bzw. Hürden befragt. Die Einschätzung des Umsetzungsaufwands variierte je nach Forderung und wurde von der persönlichen Einstellung des Landwirts beeinflusst. Das Verhältnis zwischen den Vertragspartnern spielte für beide Gruppen eine große Rolle bei der Entscheidung zu einer Teilnahme. Demnach muss zur erfolgreichen Implementierung eines Tierwohl-Labels nicht nur eine gute Umsetzung gegeben sein, sondern auch ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Vertragspartnern bestehen.

Beurteilende(r): Winckler Christoph

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