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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Gusztav Puhr (2018): Der Umgang der örtlichen Raumplanung mit der globalen Herausforderung Klimawandel dargestellt am Beispiel der örtlichen Raumordnungsprogramme ausgewählter Gemeinden in Niederösterreich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung (IRUB), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 134. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Klimawandel ist als eine der zentralen globalen Herausforderungen bereits heute in den Gemeinden Niederösterreichs deutlich spürbar und wird sich in den kommenden Jahrzehnten weiter intensivieren. Seine Auswirkungen sind räumlich differenziert und oft relevant für die Raumplanung, deren Entscheidungen in der Regel über lange Zeiträume wirken und schwer rückgängig zu machen sind. Gemeinden sind die wesentliche Umsetzungsebene von Zielen und Maßnahmen der Raumplanung und konkreteste Erfahrungsebene für viele Menschen. Die Dokumentation der Örtlichen Raumordnungsprogramme (ÖROPs) ist dabei von großer Bedeutung, da sie Informationen, Analysen und Ziele sowie Maßnahmen nachvollziehbar macht und so zu deren Legitimität beiträgt. In dieser Masterarbeit wird untersucht, wie der Klimawandel auf der Ebene der örtlichen Raumplanung strategisch bearbeitet wird. Als Grundlage dient die Dokumentation 15 aktueller ÖROPs ausgewählter niederösterreichischer Gemeinden. Die ÖROPs stammen von 15 verschiedenen Planungsbüros, die insgesamt fast 90% der niederösterreichischen Gemeinden betreuen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wetter, Klima und Klimawandel im Kontext der örtlichen Raumplanung auf den Ebenen (1) Bewusstsein, (2) Analyse und (3) Handlung (Ziele – Maßnahmen) behandelt werden. Diese drei Ebenen sind zentrale Bestandteile der Anpassungsfähigkeit von Kommunen. Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse zeigen, dass Klimawandel bislang kaum substanziellen Einzug in die schriftlichen Entscheidungsgrundlagen der Gemeinden gefunden hat. Klimabezogene Inhalte werden oft nur deskriptiv in der Grundlagenforschung dargestellt und beziehen sich meist auf den Ist-Zustand. Sie fließen selten in Analysen oder in die Ziel- und Maßnahmenentwicklung ein. Eine Auseinandersetzung mit zukünftiger Klimaentwicklung und dessen Raumrelevanz fehlt großteils. Für die Ortsplanung hat dies weitreichende methodische und fachliche Implikationen, ebenso in Bezug auf Aus- und Weiterbildung.

Beurteilende(r): Stöglehner Gernot
1.Mitwirkender: Himmelbauer Paul

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