BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Martin Kappel (2020): Ökobilanzierung von Milchviehstallsystemen im österreichischen Berggebiet - Vergleich von Anbindehaltung und Laufstall-Weide-Systemen mit besonderer Berücksichtigung des Wirtschaftsdüngermanagements.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landtechnik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 135. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Rund ein Drittel der Milchkühe in Österreich steht derzeit noch in Ställen mit Anbindehaltung, vor allem im Berggebiet. Verschiedene Herausforderungen führen bei den Betrieben mit Anbindehaltung zur Überlegung, einen Laufstall zu bauen. Das Ziel dieser Arbeit ist die Bewertung der potentiellen Umweltauswirkungen des Stallbaus und des Wirtschaftsdüngermanagements (und deren Anteil an den gesamten Umweltwirkungen der Milchproduktion) vor und nach der Umstellung von Anbindehaltung auf einen Laufstall. Die Evaluierung wird anhand von zwei Modellbetrieben, die den Umbau bereits vollzogen haben, für folgende Wirkungskategorien durchgeführt: Treibhausgaspotenzial (GWP), fossiler Energieverbrauch, aquatisches Eutrophierungspotenzial, terrestrisches Versauerungspotenzial und terrestrische Ökotoxizität. Mit der Methode der Ökobilanzierung werden die Umweltauswirkungen pro Stallplatz/Jahr sowie pro kg Milch berechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass es bei fast allen Wirkungskategorien zu einer signifikanten Erhöhung der Umweltwirkungen nach dem Umbau kommt. Diese sind vor allem auf die Änderungen beim Wirtschaftsdüngermanagement zurückzuführen. Die Umweltwirkungen des Stallbaus fallen bei beiden Betrieben nach dem Umbau geringer aus. Das Treibhausgaspotenzial vom Stall und Wirtschaftsdüngermanagement macht beim Betrieb 1 vor dem Umbau 1.754,10 kg CO2-Äq./Stallplatz/Jahr und nach dem Umbau 2.115,86 kg CO2-Äq./Stallplatz/Jahr aus – beim Betrieb 2 sind es vor dem Umbau 1.736,03 kg CO2-Äq./Stallplatz/Jahr und nach dem Umbau 1.954,41 kg CO2-Äq./Stallplatz/Jahr. Die Prozesse Stall und Wirtschaftsdüngermanagement haben einen Anteil von rund 20-26 % am gesamten GWP der Milchproduktion, wobei der Stall davon nur rund ein Viertel ausmacht – die restlichen 74-80 % entfallen auf die enterogene Fermentation und die Fütterung. Der Laufstallumbau kann dennoch vor allem aus Tierwohlgründen gerechtfertigt werden, jedoch muss dabei besonders auf das Wirtschaftsdüngermanagement geachtet werden.

Beurteilende(r): Gronauer Andreas
1.Mitwirkender: Kral Iris
2.Mitwirkender: Bauer Alexander

© BOKU Wien Impressum