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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Lisa Lutz (2021): Grenzüberschreitende Habitatmodellierung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix) im Karwendelgebirge.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 57. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Als eine Schirmart für den sensiblen Lebensraum entlang des Ökotons der alpinen Baumgrenze wurde in vorliegender Arbeit eine Habitatmodellierung für das Birkhuhn (Tetrao tetrix) mit dem Softwarepaket MaxEnt erstellt. Ziel war es, das Lebensraumpotenzial für das Birkhuhn im bayerisch-tiroler Grenzgebiet Karwendel aufzuzeigen. Das entwickelte Habitateignungsmodell zeigte eine höhere Vorkommenswahrscheinlichkeit des Birkhuhns in nördlich und östlich exponierten Höhenlagen zwischen 1.400 - 1.700 m ü. M.. Die enge Koppelung an anthropogen beeinflusste Gebiete (z. B. Almflächen) spielte für die Vorkommenswahrscheinlichkeit des Birkhuhns eine besonders große Rolle. Ebenfalls einen positiven Einfluss hatten subalpine und alpine Gras- und Heidelandschaften, wogegen felsige Landschaften ohne Vegetation die Vorkommens-wahrscheinlichkeit negativ beeinflussten. Das hier erstellte Modell wurde mit Hilfe von ExpertInnen vor Ort auf Plausibilität überprüft, wobei eine sehr gute Übereinstimmung des Modelloutputs mit der realen Situation im Studiengebiet festgestellt wurde. Das von mir erstellte Modell wurde außerdem mit bereits durchgeführten Habitatmodellierungen verglichen, welche die Habitateignung für das Birkhuhn im bayerischen und tiroler Teil des Karwendelgebirge abschätzten. Dabei wurde teilweise entlang der Landesgrenze von den bereits erstellten Modellen von Bayern und Tirol eine geringere Habitateignung prognostiziert als vom grenzüberschreitenden Modell der vorliegenden Arbeit. Dies ist der Fall, wenn Umweltdaten nicht über die Landesgrenze hinweg vorliegen und somit Variablen entlang der Grenze nicht korrekt berechnet werden. Daher ist der grenzüberschreitende Austausch zwischen Kollegen am Beispiel von hoch aufgelösten Geodaten zwingend erforderlich. Die vorliegende Habitatmodellierung für das Birkhuhn trägt in letzter Konsequenz zur Entscheidungsfindung für ein effizientes, grenzüberschreitendes und kohärentes Gebietsmanagement in Tirol und Bayern bei.

Beurteilende(r): Hackländer Klaus
1.Mitwirkender: Kunz Florian
2.Mitwirkender: Immitzer Markus

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