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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Ricarda Eva Schmidt (2020): Effekte von Glyphosat-basierten Herbiziden und deren Inhaltsstoffen auf Regenwürmer in Abhängigkeit von Temperatur und organischer Bodensubstanz.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Zoologie, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 47. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Glyphosat (GLY) ist weltweit der häufigste Wirkstoff in Herbiziden. In den Glyphosat-basierten Herbiziden (GBH) sind neben dem aktiven Wirkstoff Glyphosat auch weitere Hilfsstoffe enthalten, die als chemisch inert gelten. Die Zulassungsprüfungen für Pestizide stützen sich hauptsächlich auf den aktiven Wirkstoff. Studien zeigen jedoch, dass die inerten und vertraulich behandelten Hilfsstoffe toxisch auf Nicht-Zielorganismen wirken können. Darüber hinaus wird bei diesen Tests nicht berücksichtigt, inwieweit unterschiedliche Gehalte an organischer Bodensubstanz (SOM) und die Temperatur potenzielle Nicht-Zielwirkungen von GBHs oder GLY verändern können. Das Ziel dieser Studie ist das Vermeidungs- und Reproduktionsverhalten des Kompostwurms Eisenia fetida auf zwei kommerzielle GBHs (Touchdown Quattro, Roundup PowerFlex), deren Glyphosat-Wirkstoffen (Ammonium- und Kaliumsalz), sowie den Hilfsstoff Alkypolyglycosid (APG) zu testen. Zusätzlich wurden Einflüsse der Temperatur und/oder der organischen Bodensubstanz getestet. Es zeigt sich, dass die GLY-exponierten E. fetida eine reduzierte Kokonproduktion von 36% sowie eine reduzierte Anzahl an Juvenilen von 18% im Vergleich zu GBH aufwiesen. Im Gegensatz erhöhte der Hilfsstoff APG die Kokonproduktion im Vergleich zur Kontrolle (Wasser) um 65%. Die Effekte von GBHs, GLYs und APG auf die Reproduktion (Juvenile- und Kokonproduktion) waren überwiegend bei höherer Temperatur zu beobachten. Die Regenwürmer zeigten ein geringeres Vermeidungsverhalten gegenüber GBHs, GLYs und APG bei höherem SOM. Die Befunde zeigten, dass inerte Hilfsstoffe in GBHs offenbar Wirkungen auf Regenwürmer haben und diese Wirkungen durch Temperatur und SOM beeinflusst werden können. Es wird empfohlen die ganze Formulierung sowie derartige Interaktionen in ökotoxikologischen Studien für die Environmental Risk Assessments für Pestizidbewertung zu berücksichtigen.

Beurteilende(r): Zaller Johann

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