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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Thomas Zankl (2021): Parasitoids and pathogens of the gypsy moth, Lymantria dispar L. (Lep., Erebidae), during retrogradation at an outbreak site in Lower Austria.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz (IFFF), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 110. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Im Jahr 2018 kam es in einem niederösterreichischen Eichenwald zu einer Massenvermehrung des Schwammspinners, Lymantria dispar L. (Lep., Erebidae), die 2018 und 2019 zum Kahlfraß führte. Für 2020 wurde eine weiterhin hohe, jedoch abnehmende Populationsdichte erwartet. Diese Arbeit untersuchte die Rolle von Antagonisten bei der Beendigung der Gradation. Zwischen Mai und Juli 2020 wurden 20 Eigelege, 680 Raupen und 12 Puppen von L. dispar im Freiland gesammelt und bis zum Schlupf der Falter bzw. zum Tod aufgezogen. Die Todesursache wurde anhand sich entwickelnder Parasitoide und Mikroskopie nichtparasitierter Kadaver ermittelt. Stadienspezifische Mortalitätsraten wuden für Eier, alle Raupenstadien (L1-L6) und Puppen erhoben. Sieben Parasitoide und drei Pathogenarten wurden als Todesursachen nachgewiesen. Ausgehend von einer hohen Dichte im Frühling, brach die Schwammspinnerpopulation bis zum Sommer nahezu vollständig zusammen. Der Eiparasitoid Anastatus disparis (Hym., Eupelmidae) entwickelte sich aus 19 % der Eier. Bei Raupen verursachten Parasitoide stadienspezifische Mortalitätsraten von 15 % (L1) bis 61 % (L6). Der dominante Parasitoid junger und mittlerer Raupenstadien war Glyptapanteles porthetriae (Hym., Braconidae) (L1-L4: 10-36 % Mortalität). Altraupen wurden hauptsächlich durch Blepharipa pratensis (Dip., Tachinidae) und Parasetigena silvestris (Dip., Tachinidae) parasitiert, die sich jeweils aus 26 % der in den finalen Stadien gesammelten Raupen (L5+L6) entwickelten. Weiters wurden die Parasitoide Hyposoter tricoloripes (Hym., Ichneumonidae), Glyptapanteles liparidis (Hym., Braconidae) und Cotesia sp. (Hym., Braconidae) beobachtet. Pathogene verursachten stadienspezifische Mortalitätsraten von 11 % (L3) bis 41 % (L1). Dabei dominierte die Kernpolyedervirose LdNPV (7-34 % stadienspezifische Mortalität). Entomophaga maimaiga – ein 2019 erstmals in Österreich nachgewiesenes Pathogen – verursachte niedrige Mortalitätsraten unter älteren Raupen (L4-L6: 4-5 %).

Beurteilende*r: Hoch Gernot
1.Mitwirkender: Schafellner Christa

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