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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Gerald Kwikiriza (2021): Hybridization levels of Tilapiine species in Lake Victoria basin, Kenya inferred from microsatellite genotyping based on next generation sequencing.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 91. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Trotz des Artenreichtums der Tilapiine wurden die Fische durch verschiedene Faktoren wie Überfischung, Klimawandel und unkontrollierte Fischtranslokationen beeinträchtigt. Diese Herausforderungen, insbesondere die Verlagerung von Fischen, haben sich durch Konkurrenz, Hybridisierung und Introgression negativ auf native Tilapiine ausgewirkt und somit die genetische Integrität der nativen Tilapiine beeinträchtigt. Trotz der vorherrschenden Forschungsinterventionen sind unzureichende Informationen über die Hybridisierungsniveaus verschiedener Tilapiine im Viktoriasee-Becken verfügbar. Die Studie verwendete nukleare Mikrosatellitenmarker, um Hybridisierungssignale zu untersuchen und die genetische Vielfalt verschiedener Tilapiine im Viktoriasee, Kenia, basierend auf der Sequenzierung der nächsten Generation zu vergleichen. Tilapiines wurden an verschiedenen Stränden unter Verwendung von experimentellen Wadennetzen gesammelt. Aus der in 98% Ethanol konservierten Fischprobe wurde ein Flossenclip / Muskelgewebe für die anschließende Genotypisierung im Meimberg-Labor der BOKU, Österreich, extrahiert. Die genetische Struktur, die auf der Bayes'schen Clusteranalyse unter Verwendung des STRUCTURE-Programms und der Hauptkoordinatenanalyse basiert, ergab im Allgemeinen zwei Cluster: eine Gruppe von O. niloticus und die andere kongenerische Spezies. Trotzdem wurden einige Allele von O. niloticus in der genetischen Struktur anderer kongenerischer Tilapiine beobachtet. Dies deutete auf ein gewisses Maß an Beimischung / Introgression unter den untersuchten Tilapiinen hin. Bei O. niloticus-Populationen gab es eine starke genetische Differenzierung zwischen Dunga, Usenge, Mbita, Siungu und Seka-Bay (FST = 0,06, 0,05, 0,09 bzw. 0,06). Die Unterschiede könnten auf die geografische Isolation zurückzuführen sein, die den Genfluss zwischen diesen Populationen behindert. Die offensichtliche Beimischung der verschiedenen Populationen könnte auf unkontrollierte Fischtranslokationen und Flucht aus Fischfarmen zurückzuführen sein. Daher trägt die aktuelle Studie dazu bei, Erhaltungsmaßnahmen für Tilapiine zu ermitteln, die bedroht sein können und Managementmaßnahmen erfordern.

Beurteilende(r): Meimberg Harald
1.Mitwirkender: Cardoso Curto Manuel Antonio
2.Mitwirkender: Tibihika Papius Dias

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