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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Fabian Mühlbacher (2021): Beitrag zur Integration von Hangwassermodellen für den hydraulischen Nachweis in der Siedlungsentwässerung.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Siedlungswasserbau, Industriewasserwirtschaft und Gewässerschutz (SIG), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 119. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Viele Siedlungsentwässerungen werden durch Siedlungserweiterungen und der damit einhergehenden Flächenversiegelung sowie Starkniederschlagsereignisse an ihre Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Um ihrer Aufgabe der Ableitung von Abwässern im Sinne der Siedlungshygiene und des Hochwasserschutzes weiterhin gerecht werden zu können, müssen sich diese historisch gewachsenen Systeme stetig weiterentwickeln. Für den Nachweis der Leistungsfähigkeit eines Entwässerungssystems stehen in Österreich zwei Regelwerke zur Verfügung. Im ÖWAV Regelblatt 11 werden hydraulische Belange behandelt, während im ÖWAV Regelblatt 19 die Bemessung von Mischwasserentlastungen thematisiert wird. Im Zuge dieser Arbeit wurde ein 1D Kanalnetzmodell mit einem 2D Hangwassermodell gekoppelt und dieses Modell auf seine Anwendbarkeit hinsichtlich der vorgestellten Regelblätter geprüft. Es konnte gezeigt werden, dass die Integration von Hangwassermodellen in und für den hydraulischen Nachweis in der Siedlungsentwässerung meist einen positiven Beitrag leisten kann. Die Nachweise gemäß ÖWAV Regelblatt 19 sind aus heutiger Sicht jedoch kaum mit gekoppelten Modellen führbar. Weiters konnte festgestellt werden, dass der Wahl der Kopplungsparameter eine große Rolle hinsichtlich der Ergebnisqualität zukommt und diese nicht einfach festzulegen sind. Beim Vergleich des Überstau- und Überflutungsverhaltens hat sich gezeigt, dass gekoppelte Modelle sich dazu eignen, direkt die Überflutungshäufigkeit zu beurteilen. Ein Nachweis mithilfe der Hilfsgröße Überstau ist nicht mehr nötig und die Funktionalanforderung „Schutz vor kanalinduzierten Überflutungen“ aus der ÖNORM EN 752 kann über das direkte Nachweiskriterium der Überflutungshäufigkeit geführt werden. Durch die umfassende Überflutungsbetrachtung konnte mit dieser Arbeit auch ein weiterer Schritt in Richtung gesamtheitlicher Betrachtung des Wasserkreislaufs in Modellen getan werden.

Beurteilende*r: Ertl Thomas

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