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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Michael Pölzler (2021): Ökobilanzielle Untersuchung unterschiedlicher Stadtentwicklungsszenarien am Beispiel der Stadt Wien.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Soziale Ökologie (SEC), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 71. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Städte tragen maßgeblich zum materiellen Ressourcenverbrauch und den damit verbundenen Umwelt- und Klimaauswirkungen bei. Dabei spielt aufgrund seiner hohen Material- und Energieverbräuche vor allem der Bau- und Gebäudesektor eine Schlüsselrolle. Eine Reihe von Städten, darunter auch Wien, haben in ihren Strategien zur nachhaltigen Entwicklung eine Reduzierung des Rohstoffverbrauchs als Leitziel definiert. Im Bau- und Gebäudesektor konzentrieren sich dabei viele Strategien auf einen Kreislaufwirtschaftsansatz und das Recycling von Abbruchabfällen. Untersuchungen am Beispiel der Stadt Wien haben gezeigt, dass jedoch besonders in der umfassenden Sanierung und der Vermeidung von Abriss ein großes Potential für die Reduktion des Rohstoffverbrauchs liegt. Aufbauend auf diesen Untersuchungen und den Erkenntnissen zum Rohstoffverbrauch, wird in dieser Arbeit untersucht, in welchem Umfang sich verschiedene Szenarien bezüglich Abbruch und Sanierung von Gebäuden in Wien auf weitere Aspekte nachhaltiger Entwicklung auswirken, wie den Primärenergieverbrauch, die emittierten Treibhausgase und Luftschadstoffe, aber auch die Ressourcenverknappung und den Flächenverbrauch. Anhand einer szenariobasierten Ökobilanz am Beispiel der Stadt Wien werden die Umweltwirkungen, die durch die Material- und Energieflüsse des Bau- und Gebäudesektors verursacht werden, für den Zeitraum von 2016 bis 2050 quantifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Sanierungsszenario „RENO“, für das man die umfassende Sanierung alter Wohn- und Dienstleistungsgebäude sowie die Vermeidung des Abrisses annimmt, die geringsten Umwelteinflüsse in Bezug auf Treibhausgasemissionen, Eutrophierung, Human- und Ökotoxizität, aber auch auf den Primärenergieverbrauch und die Flächennutzung zur Folge hat. Eine Verringerung der genannten Umwelteinflüsse von 4 bis 15 % gegenüber dem Business-As-Usual-Szenario „BAU“, das die Fortsetzung der aktuellen Praxis beschreibt, kann damit erreicht werden. In Bezug auf die Treibhausgasemissionen bedeutet das ein Einsparungspotenzial von 5,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten während des Untersuchungszeitraums (2016-2050).

Beurteilende(r): Krausmann Fridolin

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