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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Maximilian Wandelnig (2021): Einsatz von recycelten Baurestmassen im Forststraßenbau.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Forsttechnik (FT), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 75. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das Aufkommen von Baurestmassen, welche die Ausgangsmaterialien für Recycling-Baustoffe (RC-Baustoffe) bilden, ist seit dem Jahr 2014 um rd. 18 % gestiegen, wobei die Recyclingquote um rd. 10 % sank. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob und in welchem Ausmaß RC-Baustoffe aus Bauschutt und Betonbruch als Deck- und Tragschichtmaterial für den Einsatz im Forststraßenneubau oder der Forststraßeninstandsetzung verwendet werden können. Es wurde untersucht, unter welchen gesetzlichen und technischen Voraussetzungen recycelte Baurestmassen (BRM) in ungebundenen Einsatz eingebracht werden können und welche Tragfähigkeit bei RC-Baustoffen nachgewiesen werden können. Dafür wurden Versuchstrecken mit verschiedenen RC-Baustoffen und Baustoffkombinationen geschüttet und mithilfe eines dynamischen Fallgewichtsapparates, der dynamische Tragfähigkeitsmodul Evd ermittelt. Die chemischen Analysen der untersuchten RC-Baustoffe zeigen, dass die Grenzwerte für Schadstoffe im Feststoff als auch im Eluat, für RC-Baustoffe der Klasse U-A eingehalten wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass RC-Baustoffe die Tragfähigkeit der Versuchstrecke um über 400 % steigerten, dabei wurde eine deutliche Steigerung der Tragfähigkeit nach den Frost-Tau Perioden im Winter nachgewiesen. Die mittleren gemessenen Tragfähigkeitsmodule lagen zwischen 44,8 MN/m² und 57,6 MN/m² und erreichen so von Dietz et al. (2011) geforderten Wert von > 40 MN/m². Die Kostenerhebungen ergaben, dass RC-Baustoffe aus Bauschutt im Mittel um 6 €/t und RC-Baustoffe aus Betonbruch um 3,6 €/t günstiger sind als herkömmlichen im Forststraßenbau verwendeten gebrochenen Mineralkörnungen. Dies entspricht einem Einsparungspotential von rd. 1/3 bis 2/3 der Materialkosten, welche laut Kroisleitner (2020) rd. 75% der Gesamtkosten bei Forststraßeninstandsetzungen ausmachen. Die durchgeführte Potentialanalyse zeigt, dass jährlich bis zu 34,56 Mio. t RC-Baustoffe in österreichische Forststraßen eingebracht werden können.

Beurteilende*r: Stampfer Karl
1.Mitwirkender: Part Florian

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