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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Fabian Harb (2022): Ökobilanzierung einer Stroheinblasdämmung aus Weizenstroh und Vergleich mit Alternativen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landtechnik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 102. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Dämmung von Gebäuden ist eine wichtige Maßnahme, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, welches sich Österreich bis 2040 gesetzt hat. Aktuell sind die Dämmstoffe am Markt zu 90% fossilen oder mineralischen Ursprungs. Anwendungsmöglichkeiten von Stroh als Einblasdämmstoff sind mannigfaltig und als nachwachsender Rohstoff und Nebenprodukt der Getreideproduktion kann es zu einem nachhaltigeren Gebäudesektor beitragen. Ökobilanz-Studien, welche den Parameter der Nachhaltigkeit messbar machen, gibt es für eine Stroheinblasdämmung noch nicht. Ziel dieser Arbeit ist es, die Umweltauswirkungen einer Stroheinblasdämmung zu analysieren und deren „Hot-Spots“ mit zwei funktionellen Einheiten (F.E.) ausfindig zu machen. Zudem wird der Stroheinblasdämmstoff in Relation zum umgebenden Wandaufbau betrachtet und mit alternativen Dämmstoffen auf Basis einer einheitlichen Dämmwirkung verglichen. Dafür wird in dieser Arbeit die Methode der Ökobilanzierung verwendet. Die Untersuchten Wirkkategorien sind das Treibhausgaspotential (GWP100), Humantoxizität (HTPc), Süßwassereutrophierung (FEP), marine Eutrophierung (MEP) und terrestrische Versauerung (TAP). Für 1 kg der Stroheinblasdämmung ergibt sich ein Wert für das GWP100 von rund 81 g CO2-eq. Die Emissionen setzen sich hauptsächlich aus dem landwirtschaftlichen Prozess (39%) und dem Verpackungsmaterial (38%) zusammen. Bei den beiden Wirkkategorien der Eutrophierung sticht der landwirtschaftliche Prozess aufgrund der Düngung besonders hervor. Der Anteil der Stroheinblasdämmung am gesamten Wandaufbau beträgt ca. 10% des GWP100. Die GWP100-Emissionen der Strohdämmung sind im Verhältnis zu Steinwolle oder expandiertem Polystyrol in etwa 1/12 bzw. 1/9. Im Vergleich zu Zelluloseeinblasdämmung verursacht die unverpackte Stroheinblasdämmung in etwa 13% weniger Emissionen. Diese Ökobilanz zeigt, dass eine Einblasdämmung aus Stroh die Emissionen im Gebäudesektor nachhaltig reduzieren kann und eine gute Alternative zu allen anderen Dämmstoffen darstellt.

Beurteilende*r: Gronauer Andreas
1.Mitwirkender: Kral Iris

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